Das Fotolabor

Vergrößerungen

Kurzfassung

Kontakte sind die älteste Form der Wiedergabe im Negativ/Positivprozess. Dazu wird das Positiv im direkten Kontakt mit dem Negativ durch dasselbe belichtet.

Ausführlich:

Vorweg

Ich gehe davon aus, dass Sie das vorangegangene Kapitel zum Kontakten gelesen haben, da sich viele Arbeitsschritte ähneln oder gleich sind.

So...

Sie benötigen zum Vergrößern die gleiche Ausstattung wie zum Herstellen von Kontakten. Auch die Vorbereitungen sind im Prinzip dieselben.
Zusätzlich brauchen Sie noch einen Vergrößerungsrahmen mit Maskenbändern (es geht zu Beginn Ihrer Duka-Karriere auch ohne, aber auf Dauer ermöglicht der Rahmen eine sauberere Verarbeitung). Leider sind gute Rahmen oft sehr teuer (400 Euro und mehr), aber zu Anfang tut es sicherlich auch ein gebrauchter oder ein preiswerter für unter 60 Euro.
Kaufen Sie den Rahmen nicht zu klein. Mindesten 24 cm x 30 cm großes Papier sollte er fassen können, besser wären 30 cm x 40 cm. Die Maskenbänder sollten auf jeden Fall verstellbar sein.

Einstellungssache

Legen Sie Ihr sauberes Negativ in die saubere Negativbühne. Falls möglich, sollten Sie diese dazu aus dem Vergrößerer entnehmen und ganz öffnen. Sonst könnten Sie, wenn Sie den Filmstreifen mit den Negativen durch einen Schlitz ziehen, Kratzer auf den Film bringen.

Es sollte alles peinlich sauber gehalten werden, schon kleinste Verunreinigungen können stören, da diese gnadenlos mitvergrößert werden. Normalerweise werden Sie seitenrichtige Vergrößerungen wünschen. Dazu muss das Negativ mit der Schichtseite nach unten (zum Papier) eingelegt werden. (Wenn es Sie stört, dass das Bild dann kopfüber erscheint, müssen Sie es halt zusätzlich um 180° drehen.)
Richten Sie den Vergrößerer auf die richtige Höhe für das von Ihnen gewünschte Vergrößerungsverhältnis ein, abhängig von Papiergröße und Ausschnittswahl.


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Anschließend müssen Sie scharfstellen. Bitte öffnen Sie hierzu die Blende des Vergrößerungsobjektivs vollständig.
Dadurch wird nicht nur die Projektion heller, sondern auch die Schärfentiefe kleiner; es ist also ein einfacheres und präziseres Fokussieren möglich. (Denken Sie aber daran, die Blende wieder zu schließen). Benutzen Sie am besten einen sogenannten Kornscharfsteller.
Falls Sie keinen haben, müssen Sie auf Bildelemente fokussieren, deren Schärfe sich gut erkennen lässt, so z.B. Haare oder Holzmaserung oder Gewebe oder Zäune oder …

Jetzt legen Sie ein Blatt Fotopapier mit der Schichtseite nach oben in den Papierhalter (oder, falls Sie keinen haben, auf das Grundbrett). Jetzt können Sie das Blatt belichten. Die nötige Zeit-/Blendenkombination sollten Sie vorher mit Belichtungen auf Teststreifen ermitteln.

Zum Ermitteln der richtigen Belichtungszeit bei Vergrößerungen oder Kontakten verwenden Sie am besten Teststreifen.
Hierzu nehmen Sie einen schmalen Streifen Ihres Fotopapiers und legen ihn auf das Grundbrett (bei Kontakten unter die Negative). Nachdem Sie die Glasplatte auf die Negative gelegt haben, belichten Sie das Papier mit 10 Sekunden um eine günstige Belichtungszeit zu ermitteln. (Stellen Sie vorher die Blende auf einen mittleren Wert.)

Anschliessend decken Sie das Papier bis auf einen schmalen Streifen (etwa 1/10 des Teststreifens) mit schwarzer Pappe (lichtundurchlässig) ab. Bei Kontakten ist diese Pappe dann natürlich auch oberhalb der Negative, bzw. der Glasplatte.

Dann belichten Sie diesen Streifen mit 2 Sekunden. Nun geben Sie ein weiteres Stück des Teststreifens frei (Vorsicht, das Papier/die Negative nicht verschieben) und belichten wieder mit 2 Sek. Dann rücken Sie die Pappe wieder ein Stück weiter und belichten erneut mit 2sek. Das wiederholen Sie, bis der ganze Streifen nicht mehr abgedeckt ist.

Nun haben Sie in diesem Beispiel 10 Felder. Alle sind zu Anfang 10 Sekunden belichtet worden. Das erste (dunkelste) hat dann zusätzlich 10 x 2 Sekunden Licht erhalten, das zweite 9 x 2 und so weiter. Das 10te erhielt demnach nur 2 Sekunden zusätzlich.

Suchen Sie sich nun den Bereich mit der besten Belichtung. Die zugehörige Zeit wäre dann die richtige für eine gute Belichtung des ganzen Bildes / Kontaktbogens.

Sollte keines der Felder stimmen, sondern alle zu dunkel sein, schließen Sie bitte die Blende um einen Wert und wiederholen Sie das Verfahren. Sind alle zu hell, belichten Sie beim nächsten Mal mit 20 Sekunden vor und wiederholen die Streifenbelichtungen.

Wenn unterschiedliche Bereiche des Bildes nach unterschiedlicher Belichtung verlangen, der Gesamtkontrast aber stimmt, können Sie Nachbelichten oder Abwedeln.
Teststreifen für Kontakte

Das Entwickeln, Stoppen und Fixieren geschieht auf die gleiche Art wie beim Erstellen der Kontakte.
Vor allen Dingen sollten Sie die Bilder ausreichend (aber nicht zu lange) fixieren. Angaben hierzu finden Sie auf Ihrer Fixiererverpackung und/oder beim Fotopapier.

Damit die Bilder länger halten, sollten sie gründlich gewässert werden.
Auch hierzu finden Sie Angaben in den Verkaufsverpackungen. In der Regel muss PE-Papier etwa 10 Minuten und Barytpapier 1 Stunde in fließendem Wasser gewässert werden.
Am beste in einer speziellen Wässerungswanne.

Am Ende?

Nein, das Thema Vergrößern ist hiermit noch nicht abgeschossen. Auf einige Probleme und Fragestellungen werde ich im nächsten Kapitel eingehen.

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