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Das Fotolabor

Kontakte

Kurzfassung

Kontakte sind die älteste Form der Wiedergabe im Negativ/Positivprozess. Dazu wird das Positiv im direkten Kontakt mit dem Negativ durch dasselbe belichtet.

Ausführlich:

Eine Vorbemerkung

Für das Herstellen von Kontakten brauchen Sie keinen Vergrößerer. Sie können auch mit einer normalen Lampe kontakten. Ich werde aber im Folgenden nur auf das Arbeiten mit Vergrößerer eingehen; die Anweisungen lassen sich sicherlich leicht auf das Kontakten ohne Vergrößerer übertragen.

Die Vorbereitung

Setzen Sie die Chemikalien entsprechend den Hinweisen der Hersteller an. Für eine Schale für 24 cm x 30 cm Papier brauchen Sie jeweils etwa 1 Liter.
Sie sollten mit Stoppbad arbeiten. Für das Kontakten gibt es spezielle Rahmen, aber meiner Meinung nach reicht eine nicht zu dicke Glasscheibe. Ich nehme immer welche aus preiswerten rahmenlosen Glasbildhaltern, die bekommt man für unter 5 Euro. Achten Sie darauf, dass die Glasscheibe keine Wellen oder Blasen hat.
Die Kontakte sollten sie auf einer ausreichend großen schwarzen Platte (evtl. schwarze Pappe aufs Grundbrett legen) machen.

Unter dem Fotopapier sollte eine schwarze Fläche sein, damit kein Licht, das durch das Papier dringen könnte, reflektiert wird. Solches reflektiertes Licht kann zu Unschärfen oder Veränderungen der Gradation führen.

Nachdem Sie das Licht gelöscht haben, und nur noch die Dunkelkammerbeleuchtung eingeschaltet ist, sollten Sie, wenn es sich um ein Kondensorgerät handelt, die gleichmäßige Ausleuchtung Ihres Vergrößerers überprüfen.

Wenn Sie einen typischen Schwarzweißvergrößerer mit Kondensor benutzen, sollten Sie spätestens nach einem Lampenwechsel die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung überprüfen und evtl. nachjustieren. Dazu schalten Sie den Vergrößerer ein, legen ein Negativ ein und vergrößern die Abbildung auf dem weißen Grundbrett so lange, bis es (das Grundbrett) insgesamt ausgeleuchtet ist. Bitte stellen Sie auch die Schärfe richtig ein. Nun nehmen Sie das Negativ heraus und schalten alle Lampen aus, auch die Dukabeleuchtung. Auf dem Grundbrett können Sie nun (mehr oder weniger gut) erkennen, ob die Ausleuchtung gleichmäßig ist.

Eventuell müssen Sie ein wenig mit der Blende spielen. Es kann auch helfen, wenn Sie von oben auf das Grundbrett sehen (Seien Sie aber vorsichtig, benutzen Sie bitte eine Leiter!).
Wenn Sie ein wenig an dem Vergrößerer wackeln, können Sie durch die Bewegung die ungleichmäßigen Stellen auf dem Grundbrett, besser erkennen. Sollte die Ausleuchtung gleichmäßig erscheinen, prima. Wenn nicht, müssen Sie die Ausleuchtung justieren.
Dazu befindet sich bei den meisten Kondensorvergrößerern die Lampenfassung an einem Stab, der durch eine Schraube an der Spitze des Lampengehäuses fixiert wird. Diese Schraube müssen Sie lösen und den Stab dann bewegen, nicht nur horizontal, sondern auch vertikal. Aber Vorsicht, bei manchen Vergrößerern ist der Stab so lang, dass man mit der Lampe an den Kondensor kommen kann. Achten Sie darauf, dass diese beiden Teile sich nicht zu fest berühren, es könnte sowohl die Lampe als auch den Kondensor beschädigen. (Alte "Glühbirnen" gehen beim Justieren durch die Schwingungen eh gerne kaputt, am besten haben Sie immer eine Ersatzlampe in Reserve.)

Falls Ihnen die Ausleuchtung gleichmäßig erscheint (oft muß man mit einem Kompromiss vorlieb nehmen, da eine 100%ig gleichmäßige Ausleuchtung nicht zu erzielen ist), fixieren Sie den Stab wieder.
Wenn Sie keine Möglichkeit haben, die Ausleuchtung zumindest annähernd gleichmäßig zu bekommen, drehen Sie mal ein wenig den Kondensor.
Sollte auch das nichts helfen, können Sie noch versuchen, mit Transparentpapier unter (und/oder über) dem Kondensor die Ausleuchtung auszugleichen. (Vorsicht, das Papier darf auch bei längerem Betrieb nicht zu heiß werden, Brandgefahr!)
Manche Vergrößerer haben auch eine Filterschublade, in die man eine Milchglasscheibe einlegen kann.
Viel Glück!

Nun richten Sie den Vergrößerer ein. Legen Sie ein Negativ ein und projizieren Sie dieses auf das Grundbrett. Es sollte dort nach dem Scharfstellen so groß erscheinen, wie ihre Kontakte werden sollen.
(Wenn Sie nicht wissen, wie das geht, lesen Sie bitte das Kapitel zum Vergrößern.)

Falls Sie oft Kontakte machen (und wenn Sie viel Schwarzweiß fotografieren, sollten und werden Sie das), ist es empfehlenswert, an der Säule des Vergrößerers die Höhe mit einem Lackstift oder Ähnlichem zu markieren. Das sorgt für einfach wiederholbare Ergebnisse. Nun schalten Sie den Vergrößerer wieder aus. Schließen Sie die Blende auf einen Wert von etwa 8.
Als Fotopapier sollten Sie eine mittlere Gradation wählen.

Sollten Sie Multigradepapier verwenden, denken Sie an den richtigen Filter (meist Nummer 3). Evtl. können Sie auch ein härter arbeitendes Papier verwenden, da Kontakte oft zu weich wirken, verglichen mit Vergrößerungen auf demselben Papier.

Jetzt geht's los

Legen Sie nun das Fotopapier (für Kontakte eines ganzen Kleinbildfilms in der Größe 24 x 30 cm) auf das Grundbrett (die schwarze Pappe). Sie sollten, wegen der leichteren Verarbeitung und des günstigeren Preises, für Kontakte in jedem Fall das PE-Papier verwenden. Die Schicht muss nach oben, zum Objektiv, zeigen (In den meisten Fällen ist die Schicht etwas glatter und "spiegelnder" als die Rückseite).
Auf das Fotopapier legen Sie die Negative. Wenn Sie einen ganzen Kleinbildfilm mit 36 Aufnahmen kontakten wollen, geht es am einfachsten, wenn Sie die Negative in einer glasklaren Acetathülle haben. Nach dem Kontakten sollten die Negative dann aber zum Archivieren in eine Pergaminhülle kommen.
Die Negative müssen so hingelegt werden, dass sie bei Betrachtung von oben seitenrichtig sind (Sie können das am besten an der Nummerierung erkennen, diese muss dann auch seitenrichtig sein.) Die Schichtseite zeigt dann nach unten.
Auf die Negative legen Sie nun die Glasscheibe. Drücken Sie sie etwas an, damit die Negative flach auf dem Papier liegen. Nun können Sie die Belichtung starten. Die Dauer der Belichtung ermitteln Sie am besten vorher.

Zum Ermitteln der richtigen Belichtungszeit bei Vergrößerungen oder Kontakten verwenden Sie am besten Teststreifen.
Hierzu nehmen Sie einen schmalen Streifen Ihres Fotopapiers und legen ihn auf das Grundbrett (bei Kontakten unter die Negative). Nachdem Sie die Glasplatte auf die Negative gelegt haben, belichten Sie das Papier mit 10 Sekunden um eine günstige Belichtungszeit zu ermitteln. (Stellen Sie vorher die Blende auf einen mittleren Wert.)
Anschliessend decken Sie das Papier bis auf einen schmalen Streifen (etwa 1/10 des Teststreifens) mit schwarzer Pappe (lichtundurchlässig) ab. Bei Kontakten ist diese Pappe dann natürlich auch oberhalb der Negative, bzw. der Glasplatte.
Dann belichten Sie diesen Streifen mit 2 Sekunden. Nun geben Sie ein weiteres Stück des Teststreifens frei (Vorsicht, das Papier/die Negative nicht verschieben) und belichten wieder mit 2 Sek. Dann rücken Sie die Pappe wieder ein Stück weiter und belichten erneut mit 2sek. Das wiederholen Sie, bis der ganze Streifen nicht mehr abgedeckt ist.
Nun haben Sie in diesem Beispiel 10 Felder. Alle sind zu Anfang 10 Sekunden belichtet worden. Das erste (dunkelste) hat dann zusätzlich 10 x 2 Sekunden Licht erhalten, das zweite 9 x 2 und so weiter. Das 10te erhielt demnach nur 2 Sekunden zusätzlich.
Suchen Sie sich nun den Bereich mit der besten Belichtung. Die zugehörige Zeit wäre dann die richtige für eine gute Belichtung des ganzen Bildes / Kontaktbogens.
Sollte keines der Felder stimmen, sondern alle zu dunkel sein, schließen Sie bitte die Blende um einen Wert und wiederholen Sie das Verfahren. Sind alle zu hell, belichten Sie beim nächsten Mal mit 20 Sekunden vor und wiederholen die Streifenbelichtungen.
Wenn unterschiedliche Bereiche des Bildes nach unterschiedlicher Belichtung verlangen, der Gesamtkontrast aber stimmt, können Sie Nachbelichten oder Abwedeln.
Teststreifen für Kontakte

Entwicklung

Nach dem Belichten muss der Kontaktbogen entwickelt werden. (Die Entwicklung muss nicht sofort erfolgen, Sie können den Bogen auch einige Zeit in einer lichtdichten Schachtel aufbewahren.) Die Schalen mit den Chemikalien sollten mit der schmalen Seite zu Ihnen stehen. Halten Sie die Schale mit der linken Hand (Linkshänder machen das Folgende wohl besser umgekehrt) an der linken Ecke leicht schräg angehoben vor sich.
Legen Sie das Papier mit der Schichtseite nach oben mit der rechten Hand so in die Schale, dass die hinteren Ecken unter der Flüssigkeit sind. Dann lassen Sie es ganz in den Entwickler sinken und stellen die Schale mit der linken Hand vorsichtig waagerecht. Wenn Sie das richtig machen, läuft eine Welle über das Papier, so dass es von dem Entwickler vollständig bedeckt wird. (Vorsicht, passen Sie auf, dass die Welle nicht überschwappt.)
Durch langsames Anheben einer Ecke der Schale können Sie nun für ständige leichte Bewegung in der Schale sorgen.

Nach Ablauf der Entwicklungszeit (je nach Papier und Entwicklertyp unterschiedlich) heben Sie das Papier mit einer Zange an und lassen den Entwickler für einige Zeit abtropfen.
Dann können Sie das Papier in das Stoppbad geben. Dort sollte es unter ständiger Bewegung für etwa 20 – 30 Sek. bleiben. Anschließend muss es in den Fixierer.

Benutzen Sie zum Anheben die Entwicklerzange, diese ist nur für den Entwickler zuständig, sie darf nicht mit den anderen Bädern in Berührung kommen.
Und die Zangen der anderen Bäder dürfen nicht in den Entwickler.
Entwickler wird schon durch kleinste Mengen Stopbad oder Fixierer zerstört.

Im Fixierbad sollte der Kontaktbogen unter ständiger Bewegung (gelegentliches Kippen der Schale reicht) für etwa 90 Sekunden bleiben. Die Zeiten sind aber je nach Papiertyp und Fixierer unterschiedlich.
Die Schichtseite sollte dabei nach unten zeigen, da beim Fixieren "Stoffe" aus der Schicht ausgewaschen werden, die, da sie schwerer als Wasser sind, nach unten sinken.
Wird das Bild mit der Schichtseite nach oben gewässert, bleiben diese Stoffe dagegen auf dem Papier "liegen" und können nicht richtig austreten.

Das Wässern zum Abschluss sollte, wenn Sie PE-Papier verwenden, nicht zu lange dauern. Dieser Papiertyp kann am Rand aufquellen und Wellen bilden, die auch nach dem Trocknen nicht mehr zu beheben sind. 10 Minuten gründliches Wässern reicht.

Sollten Sie Barytpapier verwenden, ist dagegen sehr gründliches Wässern wichtig, da die Chemikalien bei diesem Typ in den Papierfilz eindringen können. Noch nach Jahren können schlecht gewässerte Barytvergrößerungen und Kontakte sich verändern. Deshalb sollten Sie diese etwa 1 Std. gründlich wässern.

Zum Wässern ist in jedem Fall häufiger Wasserwechsel nötig. Da der Fixierer, der aus den Papieren ausgeschwemmt wird, schwerer als Wasser ist, muss das Wasser komplett ausgetauscht werden.

Falls Sie handwerklich ein wenig geschickt sind, können Sie sich eine spezielle Wässerungswanne selbst bauen.

Aufbau einer Wässerungswanne

Beim Fixieren im Eimer oder in einer Wanne können Probleme auftreten, da der Fixierer schwerer als Wasser ist und nach unten sinkt. Wenn der Abfluß nun oben am Wässerungsbehälter ist, können Reste des Fixierers sich am Boden des Gefäßes halten..
Um eine gleichmäßige Wässerung des Papiers zu gewährleisten, muß das abfließende Wasser von unten abgesaugt werden.
Das geht am einfachsten, indem man in eine Wanne ein Querwand einzieht, die nicht bis auf den Boden reicht.
Das Wasser muß nun unter der Querwand durchlaufen. Auf diese Weise wird das Wasser in der Wanne ausgetauscht, und alle Reststoffe vom Fixierer werden mit ausgewaschen.


Ansicht von der Seite


Ansicht von oben

Die komfortabelste und gründlichste Lösung besteht darin, noch ein herausnehmbares Gestell in den Wässerungsbehälter zu bauen, das verhindert, daß die einzelnen Vergrößerungen sich berühren oder gar aneinanderkleben. Ich habe dazu zwei Rahmen aus kleinen Aluprofilen gebaut, die mit 6 Gewindestangen an den Ecken und in der Mitte der aufrechten Seiten der Rahmenteile verbunden waren.


Ansicht von der Seite

Zwischen den Gewindestange habe ich (auch über kreuz) Nylonschnüre gespannt, so das sich einzelne Fächer ergaben, in denen die Vergrößerungen frei schwammen.


Ansicht von oben in die 'Fächer'

Diese Konstruktion ließ sich aus der Wanne herausnehmen, und wenn man die Blätter so einlegt, daß die Schichtseiten alle in die gleiche Richtung zeigen, kann man es etwas schräggestellt auch noch als Trockengestell benutzen.

Zum Trocknen können Sie die Bilder an die Wäscheleine hängen (Vorsicht, nicht knicken), oder Sie legen sie mit der Schichtseite nach oben auf ein altes Tuch.
(Aber bitte nur gut gewässerte Bilder, weil sonst Fixierer in das Tuch eindringt und alle anderen Bilder, die darauf getrocknet werden, kontaminiert werden können.)
Evtl. können Sie sie auch auf den Teppichboden legen, so habe ich das in meiner ersten Behelfsduka auf dem Wohnzimmerboden (nicht weitererzählen!) auch gemacht

Für Barytpapier kann man spezielles Fließpapier kaufen, das eine optimale Trocknung gewährleistet. Es geht aber auch auf dem oben erwähnten Tuch oder an der Wäscheleine.

Da Barytvergrößerungen sich nach dem Trocknen gerne wellen, sollten Sie sie, wenn sie fast trocken sind, zwischen zwei Holzplatten oder Ähnliches legen.
Dabei sollten die Bilder immer abwechselnd mit Papier- oder Schichtseite zueinander zeigen. Die Holzplatten beschweren Sie dann bitte mit einigen Büchern oder einem Eimer Wasser und lassen das Ganze einen Tag stehen.
Die Vergrößerungen müssen aber wirklich schon fast durchgetrocknet sein, sonst besteht die Gefahr, dass sie aneinander kleben bleiben.

Ich finde es ausgesprochen schade, dass es in der digitalen Fotografie keine Kontakte mehr gibt. Warum? Das können Sie hier lesen.

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