Das Fotolabor

Die Filmentwicklung

Kurzfassung

Licht aus, Film in die Dose, Dose zu, Licht an, Entwickler rein – Entwickler raus, Stoppbad rein – Stoppbad raus, Fixierer rein - Fixierer raus, Wässern, trocknen, schneiden, eintüten, fertig, puuuh … ;-)

Ausführlich:

Film zuschneiden

Sie sollten die Lasche am Filmanfang abschneiden. Wenn Sie die Ecken dabei rund schneiden und darauf achten, nicht die Perforation zu beschädigen, haben Sie es beim Einspulen in die Spirale leichter.

Ein runder Anfang



Verdammte Sch...

Das Auffädeln des Film auf die Spirale ist ziemlich "friemelig" und sicherlich für die meisten die größte Hürde beim Selbstentwickeln. Halten Sie sich an die Bedienungsanleitung und nehmen Sie einen (billigen) Film zum Üben.

Das Einfädeln des Films ist eine friemelige Angelegenheit.
Jeder wird dafür seine eigene Technik entwickeln.

So mache ich das:
Ich nehme die Filmpatrone in die rechte Hand und halte sie mit Ringfinger und kleinem Finger, gegen die Daumenwurzel gedrückt, fest. Die Seite der Patrone, an der die Achse etwas heraussteht, zeigt zu den Fingern.
Den Filmanfang halte ich etwa 1cm - 2 cm hinter dem Anschnitt mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand an den Seiten. Mit leichtem Druck auf die Seiten biege ich den Film etwas in seiner Längsrichtung (Nicht knicken!).Die Trägerseite wölbt sich dann nach oben. Dadurch wird er in Längsrichtung 'stabiler'.
In der linken Hand halte ich die Spirale zwischen Mittelfinger und Daumen. Der Zeigefinger ruht dabei auf den 'Einfädelöffnungen'. Dadurch kann ich fühlen, ob der Filmanfang in die Spirale geht.
Wenn die ersten 2 Zentimeter des Film in der Spirale sind, halte ich sie mit Daumen und Ringfinger der linken Hand fest.
Die rechte Hand entferne ich mit der Patrone ein Stück von der Spirale, so daß der Film etwas weiter herausgezogen wird. Durch ein erneutes Zugreifen und Biegen mit Daumen und Zeigefinger stabilisiere ich den Film wieder und kann ihn weiter in die Spirale schieben.
Machmal kann man auf diese Weise den ganzen Film in die Spirale 'drücken' und spart sich das etwas umständlichere Einfädeln durch abwechselndes Drehen und Halten der Spiralenseiten.

Zuerst versuchen Sie es mit offenen Augen, um ein Gefühl für den Vorgang zu bekommen, dann mit geschlossenen Augen. Wenn Sie sich sicher fühlen, können Sie ihren ersten "echten" Film im Dunkeln einlegen. Wichtig ist, dass Sie sich merken, wo welche Teile der Dose und die Schere liegen, damit Sie sie auch im Dunkeln finden.
Ich lasse den Film gerne an der Patrone, bis er komplett eingespult ist, und schneide erst dann die Patrone ab; dann kann ich im Notfall den Film zurückspulen, um noch einmal Licht zu machen. (Es versteht sich, denke ich, von selbst, dass Sie für Ihre erste Filmentwicklung keinen Film mit unersetzlichen Aufnahmen nehmen.) Das Einfädeln geht leichter, wenn die Spirale vollständig trocken ist.



Im Dunkeln ist gut ...

Löschen Sie alles Licht und fädeln Sie den Film auf die Spirale.
Schneiden Sie die Patrone vom Filmende ab.
Schieben Sie die Spirale auf die Achse und fixieren Sie sie mit der Klemme. Dann den Deckel auf die Dose – und Sie können wieder Licht machen.

20° sind 20° sind.....

Die Chemikalien sollten Sie jetzt nach Angaben der Hersteller ansetzen. (Sie können diese auch schon vor dem Einspulen des Films ansetzen, aber achten Sie auf die richtige Temperatur. Im kalten Keller kühlen die Lösungen schnell ab.)
Der Entwickler ist sehr empfindlich und reagiert bereits auf kleinste Spuren Fixierer. Wobei "reagiert" eigentlich ein zu harmloser Ausdruck ist: Er wird schlicht und ergreifend unbrauchbar. Deshalb setzen Sie bitte zuerst das Stoppbad und den Fixierer an, dann erst den Entwickler. So kann nichts von den anderen Lösungen in den Entwickler spritzen.
Natürlich sollten sie unterschiedliche Messebecher nutzen oder dieses zumindest sehr gründlich abspülen.

Halten Sie sich als Anfänger genau an die Angaben der Hersteller bzgl. Verdünnung und Temperatur und beachten Sie die Sicherheitshinweise. Die Chemikalien sind zwar nicht sofort tödlich, aber trotzdem für den menschlichen Verzehr ungeeignet.
Falls Sie Probleme mit Allergien haben, sollten Sie Gummihandschuhe benutzen. Ach ja, wirklich unangenehm sind Spritzer auf der Kleidung, die Lösungen machen Flecken. Entweder sollten Sie sauber arbeiten, oder Sie sollten einen Kittel oder Ähnliches benutzen.


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Ab geht die Post

Nehmen Sie den Einfülldeckel (bei meinen Dosen ist er rot) von der Dose und füllen Sie zügig(!) den Entwickler in der für diese Dose benötigten Menge ein. Deckel drauf.
Anschließend stoßen Sie die Dose bitte fest mit dem Boden auf den Tisch. Das ist nötig, um Luftblasen zu lösen, die evtl. am Film sind. Starten sie die Uhr. Kippen Sie die Dose entsprechend den Angaben des Herstellers des Entwicklers im vorgeschrieben Rhythmus. Sie sollten die Dose beim Kippen nicht wie ein Barmixer schütteln. Ich brauche für eine Kippbewegung (Dose aufrecht – Dose gekippt – Dose aufrecht) etwa 5 Sek. Zwischen den Bewegungen sollte die Dose ruhig stehen.
Nach Ablauf der Entwicklungszeit müssen Sie die Dose öffnen und den Entwickler zügig(!) herausschütten. Entweder, falls es ein Mehrfachentwickler ist, fangen Sie ihn wieder auf (vermerken Sie auf der Flasche mit Strichen, wie viele Filme schon in diesem Ansatz entwickelt wurden), oder, bei einem Einmalentwickler, schütten Sie ihn in ein separates Behältnis, um ihn später zur Entsorgung zu bringen. (Solchen Sondermüll nehmen die meisten Städte an speziellen Sammelstellen in Haushaltsmengen kostenlos an.)
Schütten Sie die Chemikalien nicht in die Kanalisation!

Stop!

Sofort nachdem der Entwickler heraus ist, füllen Sie bitte das Stoppbad ein. Kippen Sie die Dose gleichmäßig über die angegebene Zeit (zwischen 30 und 60 Sek. sind üblich).

Fix und fertig

Nachdem Sie das Stoppbad wieder zurückgeschüttet haben (es kann sehr oft wiederverwendet werden) muss der Fixierer in die Dose.
Spätestens alle 15 Sek. sollten Sie die Dose kippen. Nach Ablauf der Fixierzeit kann der Fixierer zurück in den Vorratsbehälter (bitte nicht in das Konzentrat) da seine Ergiebigkeit je Liter Ansatz für 5 – 13 Filme (Kleinbild mit 36 Aufnahmen) reicht.

Wasser marsch!

Jetzt muss der Film noch gründlich gewässert werden. Sie können dazu einen kleinen Schlauch benutzen, der durch ein Ventil eine starke Verwirbelung des Wassers in der Dose ermöglicht. Solche Schläuche gibt es für etwa 20 Euro im Handel. Allerdings haben diese Schläuche Nachteile.
Sie verbrauchen relativ viel Wasser, etwa 25 Liter, und es ist schwierig, für konstant 20 °C warmes Wasser aus der Leitung zu sorgen. Es ist aber wichtig, dass das Wasser etwa die gleiche Temperatur hat wie die Chemikalien, da sonst Runzelkorn auftreten kann. Das ist bei Vergrößerungen sehr störend, da es deutlich größer ist als das normale Filmkorn und schon bei kleinen Vergrößerungsmaßstäben sichtbar wird. (Manchmal kann es aber als Gestaltungsmittel erwünscht sein.)

Meine Wässerungsmethode: Ich fülle einen Eimer mit so viel 20 °C warmem Wasser, dass ich die Dose damit fünfmal füllen kann.
Die Dose wird dann, ohne Oberteil und Deckel, einmal gefüllt. Anschließend nehme ich die Achse und ziehe sie mitsamt Film aus der Dose. Dann lasse ich sie langsam wieder einsinken. Das wiederhole ich zwanzigmal.
Dann wird das Wasser weggeschüttet und die Dose wieder befüllt. Erneut wird der Film zwanzigmal herausgeholt. Das wiederhole ich mit dem Rest des Wassers noch dreimal, also gibt es insgesamt fünf Wasserfüllungen.
Das sind dann nur, je nach Größe der Dose, etwa 5 Liter Wasser, die ich verbrauche, und da ich sie im Eimer ansetze sind die 20 °C auch kein Problem.
Die Wässerung ist archivfest, zumindest benutze ich diese Methode seit Jahren ohne Probleme.

Nicht pusten!

Zum Trocknen sollten Sie auf keinen Fall einen Fön verwenden. Das bringt sehr viel Staub auf den noch feuchten Film, und den werden Sie nicht mehr los!
Hängen Sie den Film lieber in einen staubfreien Raum (evtl. Badezimmer) und lassen Sie ihn für einige Zeit in Ruhe. Wassertropfen (machen evtl. Kalkflecken) auf dem Film können Sie mit der Abstreifzange entfernen oder indem Sie den Film zwischen Mittel- und Ringfinger (natürlich ohne Ring) durchziehen. Ganz hartnäckige Tropfen sollten Sie mit einem Stück Haushaltspapier oder Ähnlichem aufsaugen (nur tupfen, nicht reiben!)
Der Film (insbesondere die Schichtseite) ist, wenn er noch feucht ist, extrem empfindlich! Also seien Sie bitte sehr vorsichtig. Optimal ist natürlich ein Trockenschrank, aber es geht auch sehr gut ohne.

Schnitt

Nach dem vollständigen(!) Trocknen des Films können Sie ihn in Streifen schneiden. Die Acetat- oder Pergaminhüllen nehmen normalerweise 7 Streifen auf.
Wenn Sie 36 Bilder haben, muss einer der Streifen 6 Bilder lang werden, bei einem Film mit 37 Bildern ergeben sich zwei mit 6. Zählen Sie vorher, wie viele Aufnahmen auf dem Film sind, sonst haben sie 6 Streifen mit 5 Bildern und einen mit 7 oder gar 8, der dann gar nicht in die Hülle passt.


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Beschriften Sie die Filmhülle zum Archivieren. Ich gebe meinen Filmen eine fortlaufende Nummer und vermerke das Datum der Entwicklung. Damit lässt sich jedes Negativ hervorragend zuordnen. Beginnen Sie schon bei ihrem ersten Film damit. Wenn Sie erst einmal 100 im Ordner haben, wird es schwierig, den Überblick zu behalten. Wenn Sie mit Ihren Kontakten ebenso verfahren, erhalten Sie außerdem so ganz nebenbei ein fotografische Tagebuch. Das kann nach einiger Zeit sehr interessant werden.
Zum Aufbewahren sollten Sie die Hüllen entweder in Pappschachteln legen oder die Filme in Ordnern stehend aufbewahren (ist nicht so gut, es kann Staub an den Film).

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- mit Tom! Striewisch, dem Autor des Fotolehrgangs im Internet.

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