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Welche Schritte in der Bildbearbeitung muss ich machen?

Digitaler Workflow 3

Kurzfassung

In diesem Bereich des Fotolehrgangs geht es um:

  • einen ersten Einstieg in die Ausarbeitung von RAW-Daten und anderen Bilddateien
  • und das eine oder andere mehr ...
Vorab:
Der Themenkomplex rund um die weitere Handhabung der Bilder, speziell um Verwaltung und Bildbearbeitung ist sehr umfangreich. Es würde den Rahmen dieses Fotolehrgangs sprengen, wenn ich in voller Ausführlichkeit darauf eingehen wollte.
Aber ich werde versuchen, Ihnen auf dieser und den anderen Seiten in diesem Kapitel die wichtigsten Punkte zu erklären.
Diese Kapitel können dabei trotzdem einigermassen kurz bleiben, da ich viele wichtige Werkzeuge und Verfahren der klassischen Bildbearbeitung wie z.B. Tonwertkorrektur, Gradationskurve, Rauschen, Exif-Daten, Histogramm,Tonemapping, HDR, DPI, Weißabgleich, unscharf maskieren, etc. im Glossar und in anderen Kapiteln aufgeführt habe.

Bildbearbeitungskurs

Sollten Sie sich intensiver, als es hier in der Folge geschehen wird, mit der Bildbearbeitung auseinandersetzen wollen, empfehle ich Ihnen einen meiner Live-Workshops zur Bildbearbeitung. Termine und weitere Informationen können Sie unter www.fotoschule-ruhr.de finden.

Ausführlich:

Erste Schritte der Ausarbeitung

Mit der Ausarbeitung (also Interpretation) der RAWs oder der Bearbeitung der von Kameras erzeugten JPEGs (und der TIFFs aus anderen Programmen) beginne ich erst, wenn die Bilder tatsächlich für einen speziellen Zweck benötigt werden.
Ein Bild, das aktuell nicht benötigt wird, bleibt dagegen unbearbeitet auf der Platte. (Und wartet auf seinen Einsatz.)

Nach der Rückkehr aus dem Urlaub werde ich also wie schon beschrieben die Bilddateien auf den Rechner laden, die Fotos sichten und den Müll löschen. (Das ist natürlich nur hypothetisch, schlechte Bilder gibt es bei mir nicht. ;-) ).
Nach der Verschlagwortung (manchmal auch vorher) werden diejenigen Bilder, welche ich direkt anderen zeigen möchte, soweit nötig in ihrem Aussehen und ihrer Wirkung an meine Vorstellungen angepasst / ausgearbeitet.

Andere Bilder, die jetzt noch nicht verwendet werden, bleiben dagegen zuerst einmal unangetastet auf der Festplatte und werden erst später, wenn sie im Kalender oder im Fotobuch oder ... Verwendung finden sollen, ausgearbeitet.
(Warum sollte ich mir jetzt schon Arbeit damit machen, wenn ich noch gar nicht weiß, ob die Bilder jemals verwendet werden. Da gehe ich doch lieber wieder fotografieren.)

Bei der Ausarbeitung der RAW-Daten (also der Interpretation der bei der Aufnahme erzeugten Zahlenwerte für einzelne kleine Motivbereiche, siehe auch die folgende Ergänzung "Warum überhaupt interpretieren?") geht es in erster Linie darum, solche Bilder auszuarbeiten, die gut gestaltet sind, aber nach dem "Schema F"-Verfahren des Kameracomputers (oder der Software auf dem heimischen Rechner) ausgearbeitet noch nicht so aussehen wie gewünscht.
Oft betrifft das insbesondere Bilder, die trotz (oder gerade wegen) "perfekter" Belichtung nicht in das Korsett der Standardausarbeitung nach Schema-F passen. Gerade bei Fotos, die unter spannenden Lichtverhältnissen aufgenommen werden, z.B. bei hohen Kontrasten, gar im Gegenlicht, ist das oft der Fall.


Digitalkameras können eigentlich gar keine Bilder fotografieren!
Zugegeben, das ist etwas provokant formuliert.
Aber wenn man es genau nimmt, entstehen die digitalen Fotos tatsächlich erst nach dem eigentlichen Fotografieren, also nach der Belichtung. Sie werden erst danach im Computerteil der Kamera oder am heimischen Rechner durch eine Interpretation der aufgezeichneten Daten erzeugt.

Digitalkameras sind heutzutage grundsätzlich aus zwei zentralen Bereichen aufgebaut. Der erste Teil ist für die eigentliche Aufnahme zuständig, er macht die Belichtung. Hier werden aber noch gar keine Bilder erzeugt, sondern nur Helligkeiten gemessen.

Dazu besteht dieser Teil der Kamera in erster Linie aus dem Sensor, der aus Millionen kleiner „Solarzellen“ aufgebaut ist. (Die genaue Zahl der Zellen ist die Basis für die Megapixelwerte.)
Diese winzigen elektronischen Bauteile werden jeweils, durch das Objektiv gelenkt, vom Licht eines kleinen, für jede Zelle unterschiedlichen Bildpunkts getroffen. Bei einer Kamera mit 24 Megapixeln wird das Motiv auf diese Art in ein Raster aus 24.000.000 kleinen Bereichen zerlegt.

Die „Solarzellen“ reagieren bei der Belichtung auf das auftreffende Licht. Sie geben dann elektrische Energie ab, ganz so wie die Solarzellen auf dem Hausdach.
Wenn es im Motiv an der entsprechenden Stelle hell ist, erzeugt die dazugehörige Solarzelle während der Belichtung viel Energie, ist es im Motiv dagegen dort dunkel, ist es wenig Energie.
Die Menge der elektrischen Energie eines jeden Sensorpunktes wird dann von der Kamera gemessen und der Messwert wird gespeichert.

Damit ist der erste Teil des digitalen Fotografierens, die Helligkeitsmessung der vielen einzelnen kleinen Motivbereiche (bitte nicht verwechseln mit der Belichtungsmessung) abgeschloßen.

Da die „Solarzellen“ in Spalten und Reihen angeordnet sind, kann man sich das Speichern der erzeugten Messwerte am einfachsten wie das Füllen der Tabellenzellen in einer Tabellenkalkulation (z.B. Excel) vorstellen.
Jede Sensorzelle bekommt dann eine Zelle in der Tabelle. Und darin wird die Menge der von ihr erzeugten elektrischen Energie als digitaler Zahlenwert abgespeichert.

Die fertige Tabelle mit Millionen von Messergebnissen stellt dann das tatsächliche Ergebnis des Belichtens, des Fotografierens, dar.
Ein wenig boshaft formuliert: „In der digitalen Fotografie werden bei der Aufnahme keine Bilder fotografiert, sondern Messergebnisse erzeugt und gespeichert."

Ein zweiter Teil der Kamera, der "Computerteil", erzeugt dann nach der Aufnahme aus den gemessenen Daten das Bild, indem — stark vereinfacht dargestellt — die Tabellenzellen je nach Höhe ihres Zahlenwertes als dunkle und helle Bildpunkte interpretiert werden.



Glücklicherweise können aktuelle Kameras mittlerweile auch solche großen Kontrastverhältnisse zumindest einigermassen gut aufzeichnen.
Aber im kleinen Datenumfang eines JPEGs lassen sich diese nur schlecht unterbringen. Deshalb ist es gut, wenn für die weitere Ausarbeitung noch die vollständigen, von der Kamera erfassten Daten in Form von RAW-Dateien zur Verfügung stehen.
Um diese RAW-Daten auszuarbeiten, sind spezielle Programme, sogenannte RAW-Konverter nötig.

Die ersten Digitalkameras haben dagegen nur JPEGs (und vereinzelt TIFFs) auf der Speicherkarte ausgeliefert. Die RAWs wurden noch in der Kamera einfach direkt nach der Umwandlung gelöscht. Es wäre auf den winzigen Speicherkarten auch gar nicht genug Platz für sie gewesen.

Nach meinem Testeinstieg in die Digitalfotografie mit einigen für heutige Verhältnisse unglaublich teuren Kompaktkameras — dei nur JPEGs und in einem Fall TIFFs lieferten - konnte meine erste DSLR dann endlich auch RAWs abspeichern.
Nur konnte ich damals mit diesen Daten noch nichts anfangen. Denn zu Beginn der Digitalära waren die Bildbearbeitungsprogramme noch gar nicht darauf vorbereitet, RAW-Daten zu interpretieren. Sie erwarteten JPEGs oder TIFFs oder andere typische Bildateitypen.

Meine erste einfache Möglichkeit den Vorteil von RAWs zu nutzen, war dann ein Plugin-Filter für Photoshop.
Dieser war bei Photoshop 7 (also lange vor Photoshop CS bzw. gar CC), das kam erst Jahre später) endlich Teil der Standardausstattung. Dieses Plugin war quasi der Vorläufer von "Camera RAW" bzw. Lightroom.

In der Frühzeit der Digitalfotografie waren RAW-Konverter nur kleine Hilfsprogramme, die die RAW-Daten erst für die klassische Bildbearbeitung (bei mir damals Photoshop) interpretierten und zu Bilddaten aufbereiteten.
Dabei ging es in erster Linie darum Farben, Helligkeiten und Kontraste vorzugeben und evtl. noch den Bildausschnitt festzulegen. Viel mehr war damals nicht möglich, für alles weitere benötigte man eine Bildbearbeitung wie Photoshop oder Gimp oder ... .
Um damit die Bilder weiter optimieren zu können, durften sie aber nicht mehr als RAW-Datei vorliegen, sondern wurden als Kopie, z.B. als Tiff, gespeichert.

Das zeigt dann auch gleich den Nachteil dieser Arbeitsweise. Wenn man später eine Änderung an der RAW-Ausarbeitung vornahm, musste anschliessend ein neues TIFF erzeugt werden und an diesem die an der ersten Version vollzogenen Photoshop-Schritte erneut durchgeführt werden.
Bei den heute üblichen "Workflow""-Programmen wie Lightroom ist das in der Regel nicht mehr nötig, weil man (fast?) alle wichtigen Veränderung innerhalb eines Programms direkt schon an der RAW-Datei erledigen kann (und dort auch erledigen sollte).

Mit der klassischen Bildbearbeitung (Photoshop, Gimp, ...) konnte man dann früher die aus dem RAW erzeugten Dateien natürlich weiterhin in Helligkeit und Kontrast und Farbe beeinflussen (auch wenn man das besser schon bei der Interpretation aus der RAW-Datei gemacht hat).
Zusätzlich konnte man sie aber auch inhaltlich verändern, Bildbereiche zwischen Dateien kopieren und einfügen usw.

Heutzutage sieht das alles etwas anders aus.
Es gibt weiterhin mehr oder weniger reine RAW-Konverter, deren Möglichkeiten der Beeinflussung des Bilder aber sehr stark zugenommen haben. Außerdem gibt es Mischformen, die auch klassische Aufgaben der Bildbearbeitung bis hin zu Montagen übernehmen.
Aufgaben wie das Korrigieren von Objektivfehlern, das Entzerren stürzenden Linien, die HDR Bearbeitung, das zusammenfügen von Panoramen und vieles mehr sind von der Bildbearbeitung weg in den RAW-Konverter gewandert. (Wie schon geschrieben ist das sehr sinnvoll, weil man so diese Einstellungen nur einmal, am RAW, vornehmen muss und später alle aus der jeweiligen RAW-Datei erzeugten Bilddateien die Änderungen automatisch übernehmen.)

Das hat durchaus sehr massive Einflüsse auf die Vorgehensweisen bei der Bildbearbeitung.
Während früher nahezu 100% meiner Digitalfotos durch Photoshop, Gimp etc. liefen, sind es heute vielleicht noch 5%. Aber annähernd 100% laufen durch Lightroom Classic CC (oder einen anderen RAW-Konverter).

RAW-Konverter

RAW-Konverter sind in der Lage, die speziellen Vorteile des weiten Kontrastbereiches und der feineren Helligkeitsunterschiede der RAW-Dateien (je nach Kamera 12 Bit oder mehr) auszunutzen.

Dadurch ist der Anwender in der Lage, auch bei Fotos aus schwierigen Aufnahmesituationen, eine zur menschlichen Wahrnehmung (oder zum künstlerisch-gestalterischen Wunsch) passende Ausarbeitung der RAW-Daten vorzunehmen.
Etwas, woran die Software in der Kamera mit ihrem auf den Durchschnitt abgestimmten Vorgehen gerade in spannenden Lichtstimmungen oft scheitert.

Während klassische Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop, Gimp, Paintshop Pro, Photo Paint, u.w.s.a.h., eher den professionellen Anwender mit Erfahrung im Thema Graphik, Druck, als Anwender erforderte und die Lernhürden für Fotografen deshalb hoch waren, sind die RAW-Konverter meist erfrischend einfach aufgebaut.
Natürlich kamen gerade bei den schon länger am Markt befindlichen Programmen im Laufe der Zeit immer mehr Funktionen hinzu, aber die Software macht es dem Einsteiger in der Regel leicht, diese fürs erste zu ignorieren.

Die Programme sind in verschiedene Bereiche aufgeteilt, die für unterschiedliche Aufgaben zur Verfügung stehen.
Lightroom trennt so z.B. das sogenannte Bibliotheksmodul, dass für die Verwaltung der Bilder (Aussortieren, Ablegen, Suche, Gruppieren, etc.) zuständig ist vom Entwicklungsmodul, in dem die Bilder ausgearbeitet werden.

Der Wechsel der Arbeitsbereiche (Module) von Lightroom erfolgt durch einen einfachen Klick auf den Namen des gewünschten Moduls.
Hier ist die Bibliothek aktiv, es können z.B. Stichworte vergeben werden.

Innerhalb des Entwicklungsmoduls finden sich dann meist am rechten Rand des Bildschirms unterschiedliche Werkzeuge, die für die verschiedenen, zum Teil durchaus speziellen Aufgaben bei der Ausarbeitung von RAW-Daten (aber auch von JPEGS und TIFFS und ...) vorgesehen sind.
Die Benennung ist dabei einigermassen eindeutig, für die grundlegenden Anpassungen des gesamten Bildes an Helligkeit, Kontrast, Farben, etc, gibt es den mit "Grundeinstellungen" bezeichneten Bereich.
Bei Luminar finden sie annähernd dieselben Werkzeuge im Bereich "Profi" und bei Darktable unter "Dunkelkammmer".
Mit diesen grundlegenden Werkzeugen zur globalen Steuerung von Helligkeit, Farbe und Kontrast sollten Sie sich zu Anfang intensiv beschäftigen.

Automatik?

Viele Programme (so auch Lightroom) bringen für verschiedene Einstellungen Automatiken mit. Diese können, ja nach dem was Sie fotografien und wie Ihre Bildvorstellungen sind, mehr oder weniger gut für Ihre Bilder funktionieren.

Je mehr Sie sich am Massengeschmack orientieren, desto eher werden die von der Automatik gefundenen Vorgaben für die Entwicklung Ihrer Aufnahmen passen.

Wenn Ihre Bildvorstellungen aber eher individuell sind, wird auch die beste A.I. (Artificial Intelligence - Künstliche Intelligenz) mit hoher Wahrscheinlichkeit scheitern. Allen Werbeversprechungen zum Trotz.

Hier wird die Steuerung der Tonwerte der Automatik von Lightroom übertragen.

Es gibt einen wichtigen Grund, warum Sie zu Anfang die Automatiken nur als Ergänzung nutzen sollten: je weniger Sie sich mit dem Zusammenspiel der Regler der Tonwerteinstellungen (u.a.) beschäftigen, desto länger dauert der Lernprozess. Automatiknutzung verlängert diese Lehrlingsphase.
Wenn Sie dann später aber einmal mit den Reglern vertraut sind, spricht nichts mehr dagegen, bei Allerweltsaufnahmen von einer Familienfeier oder ähnlichem die Automatik auszuprobieren.
Aber für Ihre persönlichen Bilder werden Sie vermutlich auch dann immer noch selber Hand anlegen.

Zu Anfang Ihrer Karriere als Bildbearbeiter können Sie ja mal ausprobieren, manuell gegen die Automatik anzutreten.
Manche Programme bieten dazu eine (nicht nur hierfür) praktische Option, bei der Ausarbeitung von RAW-Dateien (und anderen) verschiedene Rezepte für dasselbe Bild anzulegen.

Bei Lightroom können Sie dazu als erstes eine sogenannte virtuelle Kopie anlegen, z.B über das Auswahlmenü, das mit einem Rechtsklick auf das Bild aufgerufen wird.
Lightroom erzeugt dann eine zweite Voransicht (oder eine dritte, vierte, ... ) zur gleichen Bilddatei.
Für die erste Version können Sie nun im Entwicklungsmenü die Automatik für die Tonwerte auswählen und sich dann, nach Aktivierung der zweiten Ansicht, in deren Tonwertsteuerung von Hand "austoben".

Handsteuerung

Erster Schritt ist meist eine Anpassung der Helligkeit. Erst wenn das Bild annähernd die Wunschhelligkeit hat, kann man Kontrast und Farben und andere Details richtig beurteilen.
Zum globalen Steuern der Helligkeit gibt es zumeist Schieberegler mit der Bezeichnung "Helligkeit" oder "Belichtung" oder ähnlich. Damit bringen Sie vor allem die wichtigen mittleren Töne (Helligkeiten) im Bild in eine sinnvolle Position)
Das können Sie meist sehr schön auch im Histogramm kontrollieren.

Histogramm, hier im Entwicklungsmodul von Lightroom

Doch oft sind dann die dunkleren Töne (Tiefen / Schatten) zu dunkel und die helleren Töne (Lichter) zu hell.
Jetzt schlägt die Stunde der Spezialisten. Dazu gehören vor allem Funktionen zum Steuern (und manchmal Retten) der Lichter und Schatten.

Der Bereich der Grundeinstellungen im Entwicklungsmodul von Lightroom.
Und keine Angst, die Regler sind so nicht Lightroom spezifisch. Viele andere Programme (speziell solche, die erst später entwickelt wurden) weisen einen ähnlichen Aufbau auf.

Das ist besonders wichtig, falls Sie ein Bild mit Absicht sehr knapp belichtet haben. Das macht man ja oft, um die Zeichnung in hellen Bildbereichen nicht im Weiß verschwinden zu lassen. Aber dadurch werden natürlich auch alle anderen Bildbereiche dunkler belichtet.
Das ist jetzt der richtige Augenblick, um die Zeichnung dieser dunklen Partien zu verbessern. Das geht in den Grundeinstellungen mit dem Regler für die "Schatten" oder "Tiefen".

Der Regler für Tiefen im Bereich der Grundeinstellungen im Entwicklungsmodul von Lightroom.

Erst dunkler zu belichten und dann in der Bildbearbeitung die dunklen Bereiche aufzuhellen, ist ein häufig angewendetes Verfahren, um nicht wichtige Zeichnung in den hellen Bildpartien im strukturlosen Weiß zu verlieren.
In meinem Blog habe ich einen recht ausführlichen Artikel zu dieser Problematik, der Ihnen — von einem Video ergänzt — das Vorgehen näher bringt. Ich werde das hier deshalb nicht wiederholen.

Oben richtig belichtet, unten richtig belichtet und angepasst ausgearbeitet.

Kontrast 1 + 2

Durch die Anhebung der Schatten und die Absenkung der Lichter werden die Kontraste im Bild kleiner, das kann je nach Bild auch unerwünscht sein. Aber ein einfaches Anheben der Kontraste würde zu wieder dunkleren Tiefen und helleren Lichtern führen, da hätten wir uns die vorherige Arbeit auch sparen können.

An dieser Stelle kommt besser eine Anpassung des Lokalkontrastes zum Zuge. Damit kann man verhindern, dass dunkle Stellen dunkler und evt. schwarz und helle Stellen heller und evt. weiß werden.
Mit den Lokalkontrast kann man dagegen die Übergänge zwischen einzelnen Tonwerten beeinflusst und betont.
Dort, wo etwas Helleres an etwas Dunkleres grenzt, wird in der Nähe des Übergangs das Dunklere ein wenig abgedunkelt und der hellere Bereich dagegen aufgehellt.

Der Regler für "Klarheit" in den Grundeinstellungen im Entwicklungsmodul von Lightroom steuert den Lokalkontrast

Früher musste man so etwas mit einem eigentlich fürs nachträgliche "Schärfen" gedachten Werkzeug, dem "Unscharf maskieren"", durch eine unübliche und eigentlich "falsche" Einstellung der Werte erzeugen (es war quasi "Unscharf maskieren gegen den Strich gebürstet").
Heutzutage gibt es dafür spezielle Regler, die z.B. "Klarheit" (bei Lightroom) oder "Lokaler Kontrast" (bei Darktable) heißen.
Wie man diese Werkzeuge nutzt, können Sie ebenfalls in dem oben bereits erwähnten Video in meinem Blog sehen.


Auf der nächsten Seite geht es nun mit dem Thema Weißabgleich u.a. weiter.

Der Fotolehrgang LIVE!

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- mit Tom! Striewisch, dem Autor des Fotolehrgangs im Internet.

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