Wie kann man Fotos gestalten?

Die fototechnischen Gestaltungsmittel

Kurzfassung

Die Kamera bietet uns viele Möglichkeiten, die Bilder durch technische Eingriffe zu gestalten.
Im Folgenden werden deshalb noch einmal einige Zusammenhänge auftauchen, die schon in den entsprechenden technischen Kapiteln erklärt wurden.

Eine wichtige Rolle bei der Gestaltung spielt die Wahl des Aufnahmeformats (quadratisch oder rechteckig, das wird im nächsten Kapitel besprochen), der Brennweite, Blenden- und Zeiteinstellung, aber auch die Verwendung von Blitz, Filtern oder die Wahl des Films, die gezielte Belichtung eines Motivs sowie die Mehrfachbelichtungen.

Ausführlich:

Die Testaufgaben
Um die Ergebnisse dieses Kapitels anhand Ihrer eigenen Bilder nachvollziehen zu können, sollten Sie unbedingt die Testaufgaben bearbeiten. Sie finden die Anleitung zu diesen Aufgaben unter „Testfilm“ im Kapitel "Tipps".

Bilder mit innerer Größe

Eine Grundüberlegung bei der Bildgestaltung ist die Wahl der passenden Bildgröße (entweder in Pixelabmessungen oder in Bezug auf das Negativ).
Wenn Sie feststellen, dass Ihre Kamera für Ihre Gestaltungsbedürfnisse zu klein (oder, wohl seltener der Fall) zu groß ist, sollten Sie zumindest über eine entsprechende Veränderung nachdenken.

Während man, wenn auch mit Einschränkungen, die Entscheidung über das Bildformat (Quer- oder Hochformat oder Quadrat) auch später noch treffen kann, legt die Wahl der Größe des Negativs (oder Dias) bzw. die Wahl der Auflösung bei einer Digitalkamera die Basis für alle weiteren Schritte.
Details, die nicht aufgezeichnet wurden, lassen sich später nur schwerlich dazuerfinden.
Der Bildeindruck wird stark davon beeinflusst, wie viele Details man erkennen kann. Mehr heißt in diesem Zusammenhang aber nicht automatisch besser, es kommt auf den jeweiligen Zweck an.
Geringe Auflösungen und kleinere Negative (oder Dias) können nicht so viele Details wiedergeben. Sie haben weniger Informationen im Bild.

Wenn Sie überwiegend Landschaften oder Stillleben fotografieren wollen, die oft am besten wirken, wenn viele Details erkennbar sind, sollten Sie auf die Dauer eine entsprechend hochauflösende Kamera anschaffen. Leider kann man das nicht so nebenbei erledigen. Aber, wenn Sie analog fotografieren wollen, erkundigen Sie sich doch einmal in Ihrem persönlichen Umfeld.
Vielleicht ist da die eine oder andere alte 6 x 9 mit Faltbalgen in einer Schublade verstaut. Zum Ausprobieren ist so eine Kamera allemal noch gut.

Mit einer "Rasteraufnahme" kann man die Auflösung steigern und den Bildwinkel erweitern. Nach der Bearbeitung sind die jeweiligen Ränder der Einzelbilder unsichtbar.

In der Digitalfotografie kann man zur Steigerung der Auflösung, mit etwas Übung, auf eine Art Panoramatechnik umsteigen, bei der man das Bild gedanklich in mehrere überlappende Reihen und Spalten zerlegt.
Die Felder werden dann nach und nach alle einzeln mit entsprechend längere Brennweite fotografiert. Anschliessend kann man mit spezieller "Stitch"-Software ein wesentlich höher aufgelöstes Gesamtbild erhalten.

In meinem Blog habe ich dazu einige Anleitungen (zum Teil als Video) veröffentlicht, Sie finden sie unter dem Titel:
"Tipps für bessere Urlaubsfotos – Panorama"
"ICE – Tutorial zur Panoramasoftware"

Weite oder Verdichtung

Die Wahl der Brennweite beeinflusst in erster Linie, wie die räumlichen Verhältnisse im Bild durch die unterschiedlichen Größenverhältnisse zwischen Vorder-, Mittel- und Hintergrund wiedergegeben werden.

Unterschiedliche Brennweiten wirken sich also fast nur bei Bildern mit diesen Elementen aus. Bei flachen Aufnahmegegenständen (z. B. Strukturen im Holz) dagegen fällt ein Wechsel der Brennweite kaum auf.

Mit dem Weitwinkelobjektiv kann man näher an den Vordergrund heran. Durch den geänderten und näheren Standort verändert sich der räumliche Eindruck im Bild, der Raum wirkt tiefer, gestreckt.

Der Abstand beeinflusst die relative Wiedergabe der Größenverhältnisse von Vorder- zu Hintergrund.
Wenn ich den Abstand zum Vordergrund verändere, dann verändere ich natürlich auch den Abstand zum Hintergrund. Doch im Verhältnis, prozentual gesehen, unterscheiden sich diese Veränderungen deutlich.
Am einfachsten kann man den Zusammenhang an einem Beispiel sehen.

Angenommen, ich bin vom Hintergrund 100m entfernt und vom Vordergrund 10m. Wenn ich den Vordergrund doppelt so groß abbilden will, muss ich den Abstand halbieren und auf 5m heran gehen.
Der Abstand zum Vordergrund hat sich halbiert.

Vom Hintergrund bin ich dagegen immer noch 95m entfernt, die Veränderung des Abstandes zum Hintergrund und damit dessen Größenveränderung beträgt nur 5%.
Der Vordergrund wird also doppelt so groß, der Hintergrund verändert sich dagegen nur minimal.

Kurze Brennweiten, also Weitwinkelobjektive, "öffnen" also den Raum im Bild, Teleobjektive hingegen reduzieren den Raumeindruck des Bildes. Sie verdichten ihn und heben dadurch die grafischen Zusammenhänge des Bildes hervor.

Mit dem Wechsel der Brennweite geht, falls der Aufnahmeabstand gleich bleibt, eine Änderung der Schärfentiefe einher. Weitwinkelobjektive zeigen die Objekte kleiner, dafür aber mit mehr Schärfentiefe als Teleobjektive. Die reduzierte Schärfentiefe kann natürlich ein wichtiger Grund für den Einsatz eines Teleobjektivs sein.

Während also kurze Brennweiten dann am besten eingesetzt werden, wenn der Raum im Bild wichtig für unser Gestaltungsziel ist oder das Umfeld des Hauptmotivs mit einbezogen werden soll, nimmt man Teleobjektive besser für Aufnahmen, bei denen ein Zusammenhang zwischen entfernten Details hergestellt werden soll oder grafische Formen eine Rolle spielen. Und auch wenn das Hauptobjekt ohne sein Umfeld, also isoliert, abgebildet werden soll, sind Teleobjektive die erste Wahl.


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Beispiel 1

Sie wollen eine Fotografin bei der Arbeit ablichten. Sie steht einsam auf weiter Flur, nur im Hintergrund ist das Motiv, ein Gebäude zu sehen.

Links Weitwinkel, rechts Tele. Die Fotografin hat Ihren Standort nicht verändert. Aber der Aufnahmeabstand zu dieser Person wurde bei dem Brennweitenwechsel so geändert, dass sie im Vordergrund immer ungefähr gleich groß aufgenommen wurde.

Wenn Sie die Person der Fotografin betonen wollen, eignet sich für diese Aufnahme am besten ein Weitwinkel, das relativ nahe zum Vordergrund eingesetzt werden soll.
Es lässt die Fotografin (bei gleicher abgebildeter Größe) noch wachsen, indem es den Hintergrund (die Zeche) im Verhältnis kleiner abbildet. Es betont also den Vordergrund und die räumliche Komponente.

Das Teleobjektiv hingegen ermöglicht es, bei geändertem Aufnahmeabstand (weiter weg!) diesen Hintergrund so abzulichten, dass seine interessante Linienführung direkt hinter der (durch vergrößerten Aufnahmeabstand) gleich großen Fotografin erscheint.
Dadurch wird das Motiv im Bild viel wichtiger und seine grafischen Elemente, also in diesem Fall die Linien des Gebäudes, besser erkennbar. Der Raum wirkt so viel kürzer.

Beispiel 2:

Wenn wir ein "normales" Porträt aufnehmen wollen, ist oft eines der Hauptziele dabei, dass die abgebildete Person nicht nur erkennbar, sondern auch positiv dargestellt wird. Außerdem soll der Hintergrund nicht ablenken.

Hier ist das leichte Teleobjektiv (etwa 80—135 mm kleinbildäquivalent) erste Wahl. Es gibt die Größenverhältnisse im Gesicht durch den größeren Aufnahmeabstand „natürlicher“ wieder.

Typisches Weitwinkelbild eines Gesichtes, große Nase, fliehende Stirn, kleine Ohren.
Das Weitwinkelobjektiv dagegen betont, wenn wir entsprechend näher an unser "Opfer" herangehen, die nahen Details, also z. B. die Nase, während entfernt liegende Motivdetails (also evtl. die Ohren) relativ klein werden.
Das Gesicht gerät so aus den Fugen, die Proportionen scheinen nicht mehr zu stimmen. Das kann natürlich auch ein beabsichtigter Effekt sein.

Für ein Bild, bei dem der Kopf formatfüllend abgebildet ist, entspricht die Aufnahmedistanz mit einem leichten Teleobjektiv in etwa unserem normalen, alltäglichen Betrachtungsabstand. Diese Proportionen wirken deshalb "natürlicher", weil wir meistens den Menschen nicht ganz so nah "auf die Pelle" rücken.
In meinem Blog behandele ich das etwas ausführlicher: "Das richtige Objektiv für Portraits"

Eine Anleitung, nach der Sie selber eigene Bildbeispiele für die Auswirkung der Brennweite auf die Bildaussage fotografieren können, finden Sie bei den Testaufgaben unter Punkt 5).

Blende

Durch die Wahl der Blende beeinflussen wir die Schärfentiefe. Bei der Schärfentiefe oder auch Tiefenschärfe gibt es (wie bei allen anderen Faktoren, mit denen wir die Wiedergabe im Bild regeln können) kein "gut" oder "böse" (höchstens ein "passend", "gewünscht" oder "angemessen").
Mit großer Schärfentiefe kann man sowohl Zusammenhänge zwischen entfernten Bilddetails herstellen als auch eine mehr oder weniger natürliche Wiedergabe erzielen.

Unterschiedliche Schärfentiefe bei unterschiedlicher Brennweite

Mit geringer Schärfentiefe dagegen kann man die Aufmerksamkeit des Betrachters auf bestimmte Details lenken und unerwünschte Elemente im Bild unterdrücken oder gar unsichtbar machen.

Eine Anleitung, nach der Sie selber eigene Bildbeispiele für die Auswirkung der Blende auf die Bildaussage fotografieren können, finden Sie bei den Testaufgaben unter Punkt 3.

Die beiden Illustrationen zeigen dasselbe Motiv, mit unterschiedlicher Blende fotografiert. Bei beiden Blendeneinstellungen läge laut der Angabe eines Schärfentieferechners der Hintergrund außerhalb des noch scharf abgebildeten Entfernungsbereichs.
Trotzdem wirken beide Bilder ganz unterschiedlich.
Für die Gestaltung ist es oft wichtiger, das Ausmaß der Unschärfe zu erkennen als die präzise Ausdehnung der Schärfe. (Da im linken Bild die Blende weiter geschlossen war als im rechten — bei angepasster Belichtungszeit —, ist der Hintergrund dort zwar schon unscharf, aber noch zu erahnen.)

Zeit

Die Belichtungszeit steuert die Wiedergabe der Bewegung im Bild. Kurze Verschlusszeiten halten die Bewegung im Bild an, lange Belichtungszeiten dagegen bieten die Möglichkeit, Bewegung im Bild zu zeigen.
Ein Blick auf ein Karussell, das mit 1/1000 Sekunde fotografiert wird, unterscheidet sich kaum von der Aufnahme eines stehenden Karussells. Wenn dagegen mit 1/15 Sekunde die Aufnahme gemacht wird, sieht die Sache schon ganz anders aus.

Links: lange Belichtungszeit (1/8). Das Wasser des Springbrunnens zeigt durch die verwischte Darstellung seine Bewegung.
Rechts: kurze Belichtungszeit (1/4000). Die Bewegung ist „eingefroren“, man kann die einzelnen Wassertropfen trotz der Bewegung erkennen

Extrem kurze Verschlusszeiten, oft mit Blitzlicht realisiert, ermöglichen, Ausschnitte aus der „Realität“ wiederzugeben, die dem Auge verschlossen bleiben. Die Bewegung wird eingefroren. Zum Beispiel kann so die Deformation eines Fußballs, der beim Torschuss vom Fuß getroffen wird, gezeigt werden.

Belichtung

Natürlich kann auch die Belichtung zur Gestaltung des Bildes genutzt werden. Dabei geht es nicht unbedingt nur darum, das Bild richtig zu belichten, also auf tonwertrichtige Wiedergabe abzuzielen. Auch gezielte Über- oder Unterbelichtung sind wichtige Gestaltungsmöglichkeiten. Sie dienen sowohl dazu, Stimmungen zu vermitteln, als auch dazu, die Wahrnehmung des Bildes zu steuern.

Blitz

Der Blitz kann ein sehr wichtiges Gestaltungsmittel sein. Er ermöglicht nicht nur, auch dann zu fotografieren, wenn eigentlich das Licht nicht reicht, sondern er hat auch viele andere nützliche Fähigkeiten:

  • Er ist eine mehr oder weniger preiswerte Möglichkeit, das Licht, also den Grundstoff unserer Fotos, zu beeinflussen.
  • Er leuchtet normalerweise sehr kurz, man kann mit ihm zeitliche Ausschnitte aus der Realität fotografieren, die das menschliche Auge so nicht wahrnehmen kann.
  • Der Blitz kann, auch durch die kurze Leuchtdauer bedingt, während der Belichtung mehrfach aufleuchten. Durch diesen Stroboskopeffekt erreicht man, je nach Objektbewegung und Blitzfrequenz, Mehrfachbelichtungen des Motivs, die sehr schöne Bewegungsstudien ergeben können.
  • Abhängig von der Formung des Blitzlichtes durch unterschiedliche Reflektoren, kann man das Licht von hart (kleiner Reflektor, gerichtetes Licht) bis weich (gestreutes Licht durch großen Reflektor, evtl. indirekter Blitz) steuern.
  • Aufnahmehöhe,
  • Blickrichtung

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    Hartes Licht machen die Blitzgeräte von Haus aus. Weich bekommt man das Blitzlicht durch indirekten Einsatz. Dabei muss man nicht unbedingt über die Decke blitzen.

    Das Blitzen über die Decke bringt auch einige Nachteile.
    In erster Linie sollten Sie es vermeiden, zu nah an Ihrem Objekt zu sein (bzw. dass der Blitz zu nah ist). Dann kommt das Licht nämlich fast senkrecht von oben, und die Augen liegen im Schatten. Dem Bild fehlt Leben.
    Außerdem kann die relativ weiche, schattenfreie Ausleuchtung zu flachen Bildern führen. Manche Blitzgeräte haben einen zusätzlichen zweiten, kleinen Blitz, der genau dieses Problem lösen hilft. Andere werden nicht geschwenkt, sondern man klappt einen teildurchlässigen Spiegel in den Lichtweg, der den Großteil des Lichtes nach oben wirft, aber einen kleinen Teil direkt durchlässt.

    Indirekt blitzen kann man auch ohne die Zimmerdecke, zum Beispiel geht es auch gut über eine Pappe, die hinten am hochgeklappten Blitz befestigt wird (entweder mit Gummis oder z. B. mit Kabelbindern aus Klettband).

    So einen Reflektor kann man sich auch aus Pappe und einem Gummiband basteln. Ist dann zwar nicht abwaschbar, spart aber auch 30,00 Euro oder mehr.

    Während hartes Licht und damit harte Schatten besser zu eben solchen Aussagen passen, ist für ein Porträt oft weicheres Licht angemessen. Wenn die Pappe nicht groß genug ist, das Licht ausreichend zu soften, kann natürlich ein größerer Reflektor genommen werden; z. B. können Sie den Blitz getrennt von der Kamera gegen eine Styroporplatte (preiswert aus dem Baumarkt) leuchten lassen.

    Diese Art des Blitzens erfordert allerdings ein relativ leistungsstarkes Blitzlicht.
    Unter Leitzahl 32 (besser 40) tut sich da nicht viel. Die Lichtfarbe ist auch ein wichtiges Argument für den Blitzeinsatz. Sie entspricht in etwa der Farbigkeit des Tageslichts. Und das kann für die Gestaltung ein echter Vorteil sein.

    Der Blitz hilft dadurch, in Bildern, die eine „falsche“ Farbtemperatur haben (also zum Beispiel Innenaufnahmen bei Kunstlicht), zumindest im Bildvordergrund eine neutrale Beleuchtung zu erzielen.
    Natürlich kann man auch für besondere Effekte den Blitz farbig filtern. Mit einer roten Folie vor dem Blitz werden alle Objekte, die innerhalb der jeweiligen Blitzreichweite liegen, mehr oder weniger rot. Mit zwei Blitzen mit unterschiedlichen Farbfolien kann man interessante Effekte erzielen. Anfang der 90er Jahre war so etwas recht beliebt.

    Farbfotos wurden über lange Zeit nicht für die journalistische Fotografie eingesetzt, u. a. weil sich im Laufe des Tages die Farbigkeit des Lichts ändert. Wenn man eine Bilderstrecke fotografiert, so haben die Bilder, die morgens entstanden, eine andere Farbigkeit als die, die mittags aufgenommen werden.
    Diese unterschiedlichen Farbigkeiten haben den Nachteil, dass der Zusammenhang zwischen den Bildern dadurch gestört wird. Ein Aufhellblitz, der auf allen Bildern das Hauptmotiv neutral ausleuchtet, kann da helfen, diesen Zusammenhang zwischen den Einzelbildern zu erhalten.

    Mehrfachbelichtung

    Mehrfachbelichtungen auf Filmmaterial kann man auf unterschiedliche Arten und Weisen realisieren.
    Entweder man belichtet das gesamte Bild zweimal und erhält ineinander übergehende und sich teilweise überlagernde Bilder; oder man belichtet nur einzelne Bereiche des Bildes nacheinander, so dass das Gesamtbild sich aus unterschiedlichen Teilbildern zusammensetzt.
    Ein klassisches Beispiel für Mehrfachbelichtungen sind die Doppelgängerbelichtungen, bei denen ein und dieselbe Person zweimal auf dem Bild ist.

    Dieses Bild entstand lange vor der Photoshop-Zeit. Auch mit analogen Kameras sind Montagen mit weich überblendeten Motivdetails möglich. In diesem Fall hier, auf Polaroidmaterial für die Fachkamera fotografiert, wurden die weichen Übergänge mit schwarzen Pappen erzeugt, die während der verschiedenen Belichtungen an unterschiedlichen Stellen im Bereich der Unschärfe zwischen Motiv und Kamera hingen.

    Die Kamera steht für solche Doppelgängerbilder auf einem Stativ, und mit einem speziellen Filter, bei dem nur ein Halbkreis lichtdurchlässig ist, belichtet man die erste Hälfte.
    Die auf dieser Bildhälfte sichtbare Person geht nun zur anderen Seite des Bildes, man dreht den Filter und belichtet dann diese Seite. Auf dem fertigen Bild ist die Person dann zweimal innerhalb einer natürlich wirkenden Umgebung abgebildet.

    Digital kann man Mehrfachbelichtungen natürlich viel einfacher aus zwei oder mehr „ganzen“ Bildern in der Bildbearbeitung kombinieren.

    Filter

    Es gibt die unterschiedlichsten Arten von (Aufnahme-)Filtern.
    Die erste Gruppe von Filtern findet auch in der Digitalfotografie weiterhin sinnvolle Anwendung. Sie werden verwendet, um die Aufnahme überhaupt erst zu ermöglichen.

    Diese Schwarzweißbilder wurden unterschiedlich gefiltert. Oben rechts ungefiltert, links unten wurde durch eine Gelb-Grünfilterung der rote Anteil des Lichtes unterdrückt und rote Bereiche im Bild in der Helligkeit reduziert. Im linken unteren Bild wurde durch eine Rotfilterung Grün unterdrückt.
    Hierunter fallen Pol-Filter, Graufilter, und Grauverlaufsfilter. Die Grau- oder ND-Filter (Neutraldichte / Neutral Density) erlauben vor allem längere Belichtungszeiten und ermöglichen es so, auch bei starker Beleuchtung bewegte Bilddetails wie Wasser verwischt abzubilden.

    Die Verlaufsfilter werden zur Reduzierung des Kontrastes unterschiedlich heller Bildbereich eingesetzt. Zum Beispiel um den Helligkeitsunterschiede zwischen Himmel und Landschaft so weit zu verringern, dass der Sensor beide Helligkeitsbereiche gut aufzeichnen kann.
    Bei reiner SW-Fotografie (digital nur mit sehr wenigen Kameras möglich) könnte man hier noch die Farbfilter zur Steuerung der Helligkeit der einzelnen Farben anführen.

    Die zweite Gruppe von Filtern soll in der Regel den Inhalt der Bilder verändern, das geht von Sternchenfilter über Prismenfilter bis hin zu wilden Farbverläufen und anderem.
    Analog wurden solche Effektfilter durchaus eingesetzt, waren aber schnell, wenn der Effekt bekannt war, verpönt. Die meisten dieser Filter kann man heutzutage in der digitalen Dunkelkammer hervorragend simulieren und meist in ihrer Wirkung viel feiner steuern. Wenn man das denn überhaupt will. ;-)

    Im Kapitel "Zubehör" unter "Filter" finden Sie dazu einige Informationen. Hier nur so viel: Filter sollten Ihre Kreativität unterstützen, nicht sie ersetzen. Doch werden die verschiedenen Effektfilter meist leider nur für das Letztere eingesetzt.

    Der Fotolehrgang Gestaltung - LIVE!

    Zum Thema "Gestaltung" biete ich einen Live-Fotokurs an.

    Darin werden natürlich auch die hier auf diesen Seiten erwähnten Überlegungen zur Gestaltung eine Rolle spielen. Aber für die meisten Teilnehmer sind wohl die Bildbesprechungen im Rahmen des Kurses (und danach!) am wichtigsten.
    Mehr Informationen und Anmeldung zu den Fotokursen mit Tom! Striewisch hinter diesem Link.

    Der Kurs ist übrigens auch ideal zum verschenken, schenken lassen oder auch sich selber schenken.