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Fotografieren lernen: Wie funktioniert eine Kamera?

Verschiedene Typen

Kurzfassung

Man kann die große Masse an angebotenen (digitalen) Fotoapparaten anhand ihrer Merkmale in verschiedene Kameratypen einteilen. Zum Beispiel so:

  • Sucherkameras
  • Displaykameras
  • Bridgekameras
  • (spiegellose) Systemkameras
  • Spiegelreflexkameras (Systemkameras mit Spiegel)
  • diverse Mischformen
  • Spezialkameras
  • Ausführlich:

    Für die unterschiedlichen Anwendungszwecke und fotografischen Vorlieben gab und gibt es viele verschiedene Kameratypen.
    Und mit dem Aufkommen der Digitalfotografie ist es - dank der vielen Mischformen - nicht einfacher geworden, die Kameras zu kategorisieren.

    Um in diese Vielfalt ein wenig Systematik zu bringen, kann man versuchen, sie in Gruppen einzuteilen. Ein möglicher Ansatz ist, den grundlegenden mechanischen Aufbau, z.B. die Art des Suchers, zur Unterscheidung der verschiedenen Typen heran zu ziehen.
    Das wird zwar auch nicht ganz eindeutig, aber es ist ein Anfang. (Mitte der 90er des letzten Jahrhunderts, als ich die ersten Texte für diesen Fotolehrgang schrieb, war das noch deutlich einfacher.)

    Suchertypen

    Fast jede Kamera hat einen Sucher, mit dem man mehr oder weniger genau bestimmen kann, was aufs Foto kommt. Viele Kameras erlauben es sogar, auf mehrere Arten das Motiv zu betrachten.
    So ist in den Digitalkameras häufig zusätzlich zum eigentlichen Sucher auch noch ein Display eingebaut, das zur Kontrolle des Bildausschnitts etc. ebenfalls benutzt werden kann. (Das sah bei den ersten Digitalkameras noch anders aus, da gab es zwar auch ein Display, aber das diente fast immer – speziell bei DSLRs - nur zur Einstellung der Kamera und zur späteren Kontrolle des bereits aufgenommenen Bildes. Ich gehe im folgenden von einem Display aus, dass das Livebild anzeigen kann.)
    Für unterschiedliche Einsatzzwecke gibt es zum Teil sehr unterschiedliche Suchertypen. Von einfachen Visieren wie bei Sportsuchern (Rahmensuchern) die auch heute noch für spezielle Aufgaben verwendet werden, z.B. Vögel im Flug, bis hin zu speziellen Konstruktionen, um auch mit Helm und heruntergelassenem Visier noch durch den Sucher einer Spiegelreflex den ganzen Bildausschnitt erkennen zu können. (High-Eyepoint-Sucher, so etwas gab es als Zubehör einiger analoger Profi-SLRs).

    Da die meisten Kameras nur einen Suchertyp haben (heute allerdings oft ergänzt um das Display als eine besondere Art Sucher), können wir sie anhand dieses Merkmals unterscheiden und grob in die verschiedenen Gruppen aufteilen. Es gibt aber viele Mischformen, die dank der Möglichkeiten der Digitalfotografie

    Sucherkmaera
    Eine Rollei 35TE, eine klassische Sucherkamera mit dem typischen Sucher rechts oben

    Bei Sucherkameras sehen wir das Bild durch eine spezielle Vorrichtung, die sehr einfach, ähnlich dem Visier eines Gewehrs, aufgebaut sein kann. Wir blicken dabei quasi über Kimme und Korn. Aufwendigere Sucher haben statt dessen ein Linsensystem, also eine Art Zielfernrohr (aber meist ohne eine Vergrößerungswirkung).
    In diesen Suchern können Linien und andere grafische Elemente eingeblendet werden, um den aufzunehmenden Bereich genauer anzuzeigen. Gerade bei Systemkameras (digital und analogen Modellen) mit Durchsichtssucher, die einen Objektivwechsel und damit eine Veränderung des Bildauschnitts zulassen, sind diese Anzeigen natürlich wichtig um den Bildausschnitt zu bestimmen.
    Einige Sucherkameras boten und bieten darüber hinaus im Durchsichtssucher eine spezielle Kontrolle der richtigen Fokussierung, bei der ein Mischbild zur Deckung gebracht werden muss (Mischbildentfernungsmesser).

    mischbildentfernungsmesser
    Bei einem Mischbildentfernungsmesser kann man zwei sich überlagernde Bilder im Zentrum des Suchers erkennen. Zum Einstellen bzw. Messen der Entfernung muß man die beiden zum Überlappen bringen.


    Sucherkmaera
    Ein Mischbildentfernungsmesser wird heute zu Autofokuszeiten nur noch selten an neuen Kameras zu finden sein. Früher dagegen war er an (guten) Sucherkameras die Regel. Und für die Kameras ohne ihn gab es auch z.B. ein "Watameter" (wie hier abgebildet) als Zubehör zu kaufen.
    Er wurde im Blitzschuh montiert, dann war er aber nicht mit dem Fokusring des Objektivs gekoppelt. Statt dessen mussten die gemessenen Werte händisch auf die Entfernungsskala übertragen werden.

    Viele Digitalkameras haben (zusätzlich zum Display) entweder einen klassischen Durchsichtssucher oder einen elektronischen Sucher, der mit dem Blick auf einen kleinen "Monitor" die Auswahl des Bildauschnitts erlaubt.
    Gerade die letzteren Typen können im Sucher viele (manchmal auch zu viele) Angaben zur Aufnahme einblenden, ganz wie auf dem Display.
    Und um die Verwirrung vollends zu machen, es gibt einige digitale Sucherkameras, die im analogen Sucher auch ein elektronisches Sucherbild einblenden können.

    Spiegelrelfexkmaera
    Eine Canon FT-b QL, eine analoge Spiegelreflexkamera

    Spiegelreflexkameras (genauer gesagt: einäugige Spiegelreflexkameras) und viele ältere Bridgekameras ermöglichen es dem Fotografen, das Bild direkt durch das (Aufnahme-)Objektiv zu sehen. Zu den Vor- und Nachteilen dieser beiden unterschiedlichen Typen finden Sie auf den nächsten Seiten Informationen.

    Aktuelle Bridgekameras haben dagegen, so wie die spiegellosen Systemkameras, einen elektronischen Sucher (falls überhaupt zusätzlich zum Display ein Sucher vorhanden ist).
    Echte Spiegelreflexkameras (also nicht spiegellose Systemkameras), die früher der Traum fast eines jeden Amateurs waren, sind mittlerweile nahezu völlig vom Markt verschwunden. Einzig Pentax hält dieser Bauweise anscheinend noch die Treue.

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    5a

    Aufnahmeformate

    Für unterschiedliche Aufgabengebiete und Qualitätsansprüche stehen uns unterschiedliche Formate des Aufnahmematerials zur Verfügung. Die Digitalkameras können wir zum einen anhand des Sensortyps und seiner Größe (Digitales Mittelformat, sogenanntes Vollformat, APS-C, mFT), zum anderen anhand der Auflösung (Megapixel) klassifizieren. Vom winzigen Sensor eines Handys bis hin zum digitalen Großformat-Rückteil ist alles möglich.
    Der größte Sensor hat nicht unbedingt die meisten Megapixel. Und viele Megapixel deuten nicht automatisch auf (technisch) bessere Bilder hin.

    Negativformate
    Unterschiedliche Negativformate: der Klassiker Kleinbildfilm, der Rollfilm 120 fürs Mittelformat und ein 4/5er in der typschen Kassette für das Großformat.

    Auch die meisten analogen Kameras kann man nur mit einem Filmformat benutzen, so dass wir auch in dem Bereich die unterschiedlichen Kameratypen auch anhand des benutzten Filmformates unterscheiden können.
    Und auch hier gilt: größer ist nicht immer besser.

    Auf die unterschiedlichen Digitalkameras und Filmformate werde ich auf den nächsten Seiten noch weiter eingehen.

    Systeme

    Fotoapparate können in ein System von Zubehör eingebunden sein. Dazu gehören neben Blitzen und speziellen Suchern vor allem Objektive, die nur an Kameras des gleichen Systems verwendet werden können.
    Oft ist der spezielle Objektivanschluß an den jeweiligen Hersteller gebunden. Das ist ganz praktisch für die Hersteller, denn so ist der Kunde, wenn er ein gewisses Mass an Objektiven und anderem herstellerspezifischem Zubehör (in erster Linie Blitze, aber auch Fernauslöser, Zusatzsucher u.a.) angeschafft hat, mehr oder weniger an diese Kameramarke gebunden.
    Je nach Anschlussart kann man mit speziellen Adaptern auch Objektive von Hersteller A an Kameras von Hersteller B nutzen — oft aber nur mit mehr oder weniger großen Einschränkungen.

    Es gibt auch "offene" Systeme, die von verschiedenen (besser: allen) Herstellern ohne Lizenzgebühren verwendet werden dürfen, aktuell ist da wohl in erster Linie das Micro-Four-Thirds-System (mFT / µFT) zu nennen.

    Bei den Systemkameras unterscheidet man zwischen den spiegellosen Systemkameras, die die überwältigende Mehrheit der aktuell verkauften Kameras darstellen dürften und denen mit Spiegeln, den Spiegelreflexkameras.
    Diese DSLRs werden mittlerweile nur noch von einem Hersteller angeboten.

    "Systemlose" Kameras gibt es natürlich auch, diese werden überwiegend unter dem Begriff "Kompaktkameras" geführt, auch wenn viele Modelle durchaus recht groß sind.
    Noch mehr Verwirrung halt. ;-)