Wie belichtet man richtig?

Die Belichtungs­messung

Kurzfassung

Bei der Belichtungsmessung geht es in erster Linie darum eine Kombination von Belichtungszeit und Blende und Empfindlichkeit (ISO Wert) zu finden, die zur gewünschten Wiedergabehelligkeit des Motivs führt.
Es gibt dazu zwei völlig unterschiedliche Arten der Belichtungsmessung:
die Objektmessung (am häufigsten verwendet, da oft eingebaut) und die Lichtmessung.
Für die meisten Situationen reicht die Objektmessung völlig aus und bei der Verwendung einer Automatik hat man auch gar keine andere Wahl. Da ist die Objektmessung immer die Basis der automatisch ermittelten Belichtungseinstellung.

Ausführlich:

Das Wichtigste an diesem komplexen Thema gleich vorneweg:
Kein Belichtungsmesser weiß, was Sie fotografieren wollen und wie es später auf dem Bild aussehen soll.
Belichtungsmesser sehen nur Helligkeiten, sie erkennen keine Bilder. Da Sie als Fotograf aber nicht nur Helligkeiten messen, sondern Bilder aufnehmen möchten, müssen Sie dem Belichtungsmesser manchmal helfen.

Der "Lunasix 3" von Gossen.
Ein klassischer Belichtungsmesser, sowohl zur Objektmessung als auch zur Lichtmessung geeignet.
Für letztere muss die Klatotte, die kleine weiße Halbkugel unten links, so wie hier in der Abbildung vor dem Messfenster sein. Für die Objektmessung schiebt man sie einfach beiseite.
Es ist wichtig, dass Sie Ihre eigenen Erfahrungen machen.
Dazu ist es gerade für den Anfänger sinnvoll, dass sie sich immer dann, wenn sie abweichend vom Belichtungsmesser arbeiten, Notizen machen.
Die eigentlichen Belichtungsdaten /Blende, Belichtungszeit, ISO, Belichtungskorrektur etc. werden in der Digitalfotografie zwar im Regelfall in den sogenannten EXIF-Daten erfasst, aber Ihre eigenen Überlegungen sind ebenfalls wichtig.
Wie war die Situation?
Was habe ich geändert?
Warum habe ich das geändert?
Was wollte ich erreichen?

Sie können dafür ganz einfach die Diktat-App in Ihrem Smartphone verwenden.
Diese Notizen sind wichtig, denn so können Sie hinterher nicht nur aus den EXIF-Daten nachvollziehen, was warum wie geworden ist, sondern Sie wissen dadurch auch noch, welche Überlegungen Sie hatten und warum Sie einzelne Werte geändert haben.

Digital kosten die einzelnen Bilder Sie ja so gut wie nichts, deshalb können Sie beim Experimentieren ruhig auch ein Foto aufnehmen, wie es die Kamera ohne Ihre Eingriffe machen würde.

Üben und ausprobieren

Weiter hinten im Kapitel Tipps werde ich ein paar "Testaufgaben" stellen, mit denen Sie das alles selbst ausprobieren können.
Um dabei "echte" (unverfälschte) Ergebnisse zu erhalten, sollten Sie hierfür mit einer Digitalkamera arbeiten und die Bilder am Monitor beurteilen.

Lassen Sie für den Vergleich keine Prints oder Ausbelichtungen oder Vergrößerungen ausarbeiten, da dabei manchmal das Labor noch ein Wörtchen "mitredet" und das Ergebnis verfälscht.

Film verwenden?

Falls Sie mit analogem Film fotografieren, sollten Sie aus dem gleichen Grund Diafilm einsetzen, dann erhalten Sie ein "echtes Ergebnis".
Negative dagegen sind gerade für Anfänger (aber meist auch für Profis) schwer zu beurteilen, und die Vergrößerungen sind oft sehr stark vom Labor "überarbeitet".
Das liegt daran, dass die Labore Vergrößerungen verkaufen wollen.
Deshalb versuchen die Firmen, auch unter- oder überbelichtete Negative zu einem "normalen", einem verkaufbaren Bild zu vergrößern. Das führt aber zu Farb- und/oder Kontrastveränderungen.
Die kann ein Laie zwar häufigerkennen (zumindest, wenn er ein Vergleichsbild hat), sie lassen aber keinen echten Aufschluss mehr über die tatsächliche Belichtung zu.

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