dot_tran.gif (43 Byte) Achtung, diese ist eine alte Seite des Fotolehrgangs.
Reine analoge Fotothemen, speziell die rund um die naße Dunkelkammer, mussten im Buch "Der große humboldt Fotolehrgang" weitestgehend dem Platzbedarf der digitalen Welt weichen. Aus diesem Grund habe ich sie auch aus dem "Fotolehrgang im Internet" genommen. (Für die weiterhin auch analog interessierten Leser des Buches gibt es die entsprechenden Kapitel kostenlos als PDF.)

Die Gruppe der "Analogfreunde" erhält zur Zeit recht beständig Zuwachs, viele Neueinsteiger entdecken zumindest die hybride Technik (naße Filmentwicklung, dann Scan) für sich.

Leider gibt es aber auch wieder die gleichen Unklarheiten und Verwirrungen, wie sie schon zur Analaogzeit auf den Laborneueinsteiger warteten.
Und so werden wieder fleissig Geheimrezepte zur Belichtung und Entwicklung genutzt, ohne die Grundlagen von Film und Entwicklung zu kennen. Diese Rezepte werden vom Anfänger dann ohne Kenntniss um die Zusammenhänge einfach nur stur abgearbeitet.

Leider haben diese Rezepte aber meist einen entscheidenden Grundfehler - es fehlen die individuellen Parameter. Das begint mit der Dosengröße, dem Kipprhytmus und der -intensität. Es werden weder fehl- bzw. ungeeichte Thermometer berücksichtigt noch die ganze Art und Weise der weiteren Verarbeitung.
Alle diese Punkte sollten aber schon bei der Entwicklung der Negative berücksichtigt werden.

Zusätzlich wird auch fleissig experimentiert (Push & Hold etc.). Leider (so wie früher auch oft) ohne das nötige Grundlagenwissen, dass es ermöglichen würde, systematisch und zielgerichtet zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen.

Das habe ich früher selber ja auch alles mal so gemacht.
Doch die Geheimrezepte und das unsystematische Experimentieren waren schnell ziemlich frustrierend, es waren echte Zeitfresser.
Ich hatte aber keine guten Anleitungen zu dem Thema zur Verfügung. Das einzige was für mich an Information zu bekommen war, war das manchmal eher wissenschaftliche und manchmal eher esoterische Vorgehen der Ansel Adams "Jünger". Das brachte mich aber nicht weiter, ich brauchte zu Anfang ein sinnvolles Vorgehen für Kleinbild und hatte auch kein Densitometer, um die Dichtewerte für die Filme auszulesen.
Mit etwas Recherche "entdeckte" ich zum Glück die Möglichkeiten, die das Zonensystem auch für Kleinbildfotografen wie mich bot. Speziell die Anleitungen von Minor White ("The New Zone System Manual") halfen mir dabei, das Experimentieren in zielführende Bahnen zu lenken, damit ich den Laborprozess und nicht er mich beherrschte.

Auf der Basis meiner Erfahrungen aus dieser Zeit schrieb ich den Laborteil des Fotolehrgangs, der an dieser Stelle ab sofort wieder erscheint. Ursprünglich waren es zwei getrennte Themenbereiche (Labor und Zonensystem), die ich jetzt hier in einem zusammengefasst habe.

Vielleicht helfen diese Aufzeichnungen ja auch Ihnen, nicht auf Geheimrezepte angewiesen zu sein oder diese zumindest überprüfen und für die eigene Vorgehensweise optimieren zu können.

Das Labor
Die Dunkelkammer

Kurzfassung:

Was schreib ich hier nur?
Nun, vielleicht als erstes die Entwarnung.
Man braucht keinen separaten Raum für eine Dunkelkammer und es ist auch nicht kompliziert oder teuer!
  ..aber mit einer Kurzfassung ist es trotzdem nicht getan.

Ausführlich:

Die Kammer

Sie brauchen keinen abgetrennten Raum für eine Dunkelkammer, es ist noch nicht einmal fließendes Wasser nötig. Es ist natürlich einfacher, wenn Sie nicht erst alles aufbauen und hinterher abbauen und säubern müssen, aber es geht auch anders.
Ich hatte "fliegende" Dunkelkammern in der Küche, im Bad, im Wohnzimmer (ja, das geht auch) und im Keller.
Sie brauchen ein wenig Improvisationstalent, aber es geht. Und wenn es Sie erst mal gepackt hat, ist der Aufwand wirklich halb so schlimm. Das die Dunkelkammer lichtdicht sein sollte, versteht sich von selbst, Sie wollen ja schließlich lichtempfindliche Materialien verarbeiten. Aber wenn Sie nicht gerade eine Straßenlaterne vorm Fenster haben oder der Vollmond hereinscheint, können Sie sich ja auf Nachtarbeit mit leichten Vorhängen beschränken.

Zur Filmentwicklung brauchen Sie allerdings echte Dunkelheit. Doch das ist nur für einen kurzen Moment zum Einlegen des Films in die Entwicklungsdose nötig. Das können Sie im Notfall auch in einem Wechselsack machen. Dazu aber mehr auf den folgenden Seiten.
Es ist natürlich optimal, wenn Sie einen schönen, großen und luftigen Raum für die Dunkelkammer nutzen können, aber es geht auch im Badezimmer.
Auf die Wanne stellen sie ein Brett für die Entwicklungsschalen, unter das Brett kommt ein Eimer fürs Wässern, und der Vergrößerer findet Platz auf dem WC. Und Sie brauchen noch nicht einmal fließendes Wasser. Das wird erst zum Schluss benötigt, Sie können dann mit den Bildern zum Wässern immer noch in das Badezimmer oder die Küche umziehen. Zum "Wo" und "Wie" Ihrer Duka einrichtung kann ich Ihnen hier keine weiteren Empfehlungen geben (außer: Seien Sie erfinderisch, es geht wirklich fast überall.)