Die Kamera
Allgemeiner Aufbau
Kurzfassung
Eine Kamera
Ausführlich:
Zum Fotografieren braucht man (zumindest meistens) eine Kamera. Und so ist es sicherlich hilfreich, sich mit dem grundlegenden Aufbau und den Funktionen einer Kamera vertraut zu machen, wenn man fotografieren lernen will.Sehen wir uns das also mal vom Anfang her an.
Eine Kamera soll natürlich fotografieren, also Licht zum Film oder Sensor lassen. Doch genauso wichtig ist es, dass sie den Sensor (oder den Film) während der Belichtung vor unerwünschtem Licht schützt. Dazu muss die Kamera lichtdicht sein. Zur Belichtung darf nur das zum Motiv gehörende Licht auf den Sensor fallen. In einer Analogkamera muss der Film auch zwischen den Aufnahmen vor Licht geschützt werden.
Um es zu ordnen, können wir es mit einer kleineren Öffnung der Kiste probieren. Dazu muss ein kleines, verschließbares Loch (die Lochblende) in den Deckel kommen, durch das das Licht jetzt "sortiert" oder gefiltert werden kann.
Die Öffnung in dem Kistendeckel darf aber nicht zu groß werden, sonst treffen doch wieder mehrere Lichtstrahlen von einem Punkt des Motivs auf den Sensor/Film und erzeugen Kreise (sogenannte Zerstreuungskreise) anstelle der erwünschten Punkte. Dadurch wird das Bild unscharf.
Anmerkung
Diese Linse "biegt" die Lichtstrahlen und fügt sie an einem Punkt zusammen. Das Licht wird gesammelt und zu einem Brennpunkt ("Fokus") geführt. Wir haben damit ein einfaches Objektiv.
Objekte, die zu weit entfernt sind, haben einen Brennpunkt vor der Bildebene. Bei Objekten, die zu nah sind, liegt der Brennpunkt dahinter. Auf dem Bild erscheinen in beiden Fällen Unschärfekreise.
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Wenn das Loch (die Blende) von veränderbarer Größe ist, kann man
die Ausdehnung der Schärfe in die Tiefe, die Schärfentiefe, steuern.
Gleichzeitig verändert man so allerdings auch die Intensität des Lichts,
das auf den Sensor oder Film trifft. Die Aufnahmeeinheit braucht aber
eine bestimmte Lichtmenge, um richtig belichtet zu werden.
Um die unterschiedlichen Lichtmengen je nach eingestellter Blende
und Helligkeit des Motivs zu kompensieren, muss man unterschiedlich
lange belichten.
Während bei der Lochkamera auch bei hellen Motiven die Belichtungszeiten
so lang sind, dass man sie bequem mit der Uhr abmessen
kann (Lochkamera-Fotografen messen die Belichtungszeit oft scherzeshalber
in getrunkenen Tassen Kaffee), braucht man bei der Fotografie
mit Objektiv meist sehr kurze Zeiten (Bruchteile von Sekunden). Die
Steuerung dieser Verschlusszeiten übernimmt am besten ein mechanischer
(oder elektronischer) Verschluss.
Wir haben jetzt die wichtigsten Elemente einer Kamera kennengelernt. In erster Linie muss sie lichtdicht sein und sollte eine (regel- und) verschließbare Öffnung haben. Darüber hinaus haben die meisten Kameras ein Objektiv (die Linse), eine Möglichkeit zum Scharfstellen, einen Verschluss mit Auslöser und, im analogen Bereich, eine Vorrichtung zum Transport des Films von Bild zu Bild.
Und natürlich verfügen fast alle Kameras, im Gegensatz zu unserer Kiste, über einen Sucher (oder ein Display). Dazu mehr auf den folgenden Seiten.
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Heutzutage sind viele der Bedienungselemente automatisiert bzw.
motorisiert. Ob das sinnvoll ist oder nicht, müssen Sie selbst herausfinden.
Wenn Sie wirklich fotografieren lernen wollen, empfehle ich
Ihnen, eine Kamera zu benutzen, die das "manuelle" Fotografieren gestattet. Das kann natürlich auch gern eine "Digitale" sein, sie sollte
sich eben nur von Hand einstellen lassen.
Obwohl um die Kamera und ihre "Features" (gerade in der Werbung
und in der Fachpresse) sehr viel Aufhebens gemacht wird, sind im
Grunde alle Kameras gleich. Im analogen Bereich sind es mehr oder
weniger nur Kisten zur lichtdichten Aufbewahrung des Films. Ihr Einfluss
auf die technische Qualität des Fotos ist deshalb in der Regel
deutlich geringer als der des Objektivs.
Bei Digitalkameras dagegen sieht das völlig anders aus. Deshalb gibt es
im Themenbereich "Kamera" ein gesondertes umfangreiches Kapitel
zu den "Digitalen".
Und was leider immer wieder vergessen wird:
Das Bild macht der Fotograf, die Kamera ist nur Werkzeug.
