Informationen ĂŒber Objektive

Zoomobjektive

Kurzfassung

Zoomobjektive haben verĂ€nderbare Brennweiten, man kann sie also innerhalb eines bestimmten Bereichs auf eine gewĂŒnschte Brennweite einstellen. Oft haben sie aber auch Nachteile. Die QualitĂ€t der Abbildung und die LichtstĂ€rke sind meist nicht so gut, auch sind die Naheinstelldistanz und die StreulichtanfĂ€lligkeit höher als bei Festbrennweiten.
(Bitte lesen Sie sich, wenn Sie vor der Kaufentscheidung fĂŒr ein "Universalobjketiv" oder "Superzoom" stehen, unbedingt auch meine Notiz dazu durch.)

AusfĂŒhrlicher

Zoomobjektive vereinigen verschiedene Brennweiten in einem Objektiv. So ist es möglich, mit einem 18–200-mm-Zoomobjektiv an einer DRSL sowohl Aufnahmen im Bereich 18 mm, also Weitwinkel, als auch im Bereich 200 mm, also Tele, zu machen.

Leider mĂŒssen diese Vorteile mit einigen Nachteilen erkauft werden. So haben Zoomobjektive oft nur eine geringe LichtstĂ€rke, und diese ist zumeist auch nicht "fest". Das heißt, je weiter man in den Telebereich vordringt, desto geringer wird sie.

Solche Objektive tragen LichtstĂ€rken angaben wie 1 : 4 – 5.6 17–85 mm. Bei Einstellung auf die kĂŒrzeste Brennweite (hier 17 mm) hat das entsprechende Zoomobjektiv eine LichtstĂ€rke von 4, bei Einstellung auf 85 mm betrĂ€gt sie nur noch 5.6.
Diese verĂ€nderbare LichtstĂ€rke kann Probleme nach sich ziehen, insbesondere beim manuellen Blitzen. Es verĂ€ndert sich nĂ€mlich nicht nur die grĂ¶ĂŸte einstellbare Blendenöffnung , sondern auch alle anderen Blendenwerte stimmen dann oft nicht mehr. Sie verschieben sich ebenso. Das macht den Einsatz von externen Belichtungsmessern und Blitzen schwierig.

Man kann den technischen Vorgang des Zoomens auch zur Gestaltung der Bilder einsetzen. Hier ein Bild, dass mit 1/15 Sekunden Belichtungszeit aufgenommen wurde. Der Zoom ging in dieser Zeit von 17mm auf 35mm (an einer 1,6er CropKamera).
Aber Vorsicht, das ist (nur) ein Effekt, man sieht sich daran schnell leid.

Das hohe Gewicht vieler Zoomobjektive kann ebenso wie die LĂ€nge ein Problem sein. Bei vielen Zoomobjektiven ist es auch schwierig, die Streulichtblende an die jeweilige Brennweite anzupassen.

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Oft wird auch ĂŒbersehen, dass man mit Zoomobjektiven nicht so nah ans Motiv heran kann wie mit entsprechenden Festbrennweiten. Ge – rade im Weitwinkelbereich ist das ein Problem. Da Zoomobjektive immer Kompromisse darstellen, um den unterschiedlichen Brennweiten gerecht zu werden, treten bei ihnen oft auch die Objektivfehler chromatische Aberration und Verzeichnung auf.

Doch Zoomobjektive haben nicht nur Nachteile. Sie sind meist nicht viel teurer als Festbrennweiten (heutzutage sind sie hĂ€ufig sogar billiger als eine einzelne Festbrennweite) und bieten viele Objektive in einem. Wenn man sich ĂŒber ihre EinschrĂ€nkungen und Probleme im Klaren ist, stellen sie eine gute Alternative zu den Festbrennweiten dar.

Manchmal kann man auch gar nicht auf sie verzichten, wenn man zum Beispiel sehr schnell hintereinander Aufnahmen mit verschiedenen Bildwinkeln machen möchte. Das kommt aber viel seltner vor, als der fotografische Laie es sich vorstellt, und so wird ihre Bedeutung gerade von AnfĂ€ngern eher ĂŒberschĂ€tzt. Das vermeintliche MachtgefĂŒhl, das der Blick durch den Sucher beim "Heranzoomen" vermittelt, ist wohl auch sehr oft an der Kaufentscheidung beteiligt.

Zoomtypen:
Es gibt unterschiedliche Typen von Zoomobjektiven. Man kann sie nach ihrer Bauweise und nach dem abgedeckten Brennweitenbereich einteilen.

Nach Bauweise:

  • Schiebezooms: Bei diesen wird die Brennweite durch das Schieben des SchĂ€rfeeinstellrings (der oft sehr groß ist) erreicht.
  • Drehzooms: Durch einen zusĂ€tzlichen Drehring am Objektiv wird die Brennweite gewĂ€hlt. Diese Art der Einstellung ist zwar langsamer, doch man kann exakter die Brennweite wĂ€hlen und fixieren.
  • Nach Brennweitenbereich:

  • Weitwinkelzooms: Bei ihnen liegen die einstellbaren Brennweiten ausschließlich im Weitwinkelbereich. Beispiel: 24–35 mm (KleinbildĂ€quivalent)
  • Telezooms: Die Telezooms haben einen Bereich, der nur im Telespektrum liegt. Beispiel: 75–210 mm (KleinbildĂ€quivalent)
  • Normalzooms: Brennweiten von Weitwinkel bis leichtes Tele. Beispiel: 28–80 mm (KleinbildĂ€quivalent)
  • Extremzooms: BrennweitenverhĂ€ltnisse von 1 : 8 und mehr. Oft eingeschrĂ€nkte optische QualitĂ€t. Beispiel : 18–250 mm (KleinbildĂ€quivalent).
  • Anmerkung
    Variofokus vs. Zoom

    Zoomobjektive gibt es mit unterschiedlichem Fokusverhalten. Bei einem sogenannten Variofokusobjektiv verÀndert sich bei geÀnderter Brennweite auch die SchÀrfeebene, also die SchÀrfeeinstellung. Bei "normalen" Zoomobjektiven dagegen bleibt sie konstant auf dem einmal gewÀhlten Wert. Deshalb lÀsst sich mit Zoomobjektiven schneller und sicherer arbeiten.

    Im Zeitalter der Autofokuskameras ist das natĂŒrlich nicht mehr so wichtig, die Kamera kann ja stĂ€ndig nachfokussieren, und einige Kamerahersteller ĂŒberlegen wohl immer mal wieder, Variofokusobjektive anzubieten. Diese können bei gleicher optischer Leistung einfacher (und damit billiger) hergestellt werden.

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