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Fotografieren lernen: Wie funktioniert eine Kamera?

Displaykameras

Kurzfassung

Einige, meist kompakte digital Kameramodelle besitzen gar keinen speziellen Sucher mehr. Sie werden ausschließlich über das Display auf der Kamerarückseite (und manchmal auch noch zusätzlich für Selbstporträts auf der Kamerafront) bedient.

Ausführlich:

Ein besonderer Typ der Sucherkamera ist im Bereich der Digitalkameras entstanden: Kameras ohne Spiegelreflex- , elektronischem oder Durchsichts-Sucher. Solche Kameras stellen den Bildausschnitt nur mit einem Display dar. Diese Displays erlauben es (genauso wie ein elektronischer Sucher) das Bild bereits so zu sehen, wie es beim Auslösen von der Kamera aufgezeichnet wird.

Nachteile

Das hört sich zwar gut an, aber diese Modelle haben auch einige Nachteile:
  • Ein ständig laufendes Display benötigt Energie, der Akku ist schneller leer.
    Da sind vor allem DSLRs im Vorteil, bei spiegellosen Systemkameras kann es dagegen durchaus so sein, das der elektronische Sucher mehr Energie verbraucht als das Display
  • Das Display und der ständig ausgelesene Sensor erwärmen die Kamera und damit auch den Sensor, was das "Rauschen" verstärkt. Auch hier sind vor allem DSLRs im Vorteil.
  • Und oft sind die Displays eher ungeeignet, um das Bild bei hellem Tageslicht, gar mit Sonnenschein auf das Display, zu beurteilen.
  • Das Fotografieren am ausgestreckten Arm (speziell wenn der wegen nachlassender Nahleistung der Augen immer länger werden muss) erhöht die Gefahr des Verwackelns.
  • Und auch die präzise Wahl des Bildausschnittes wird so schwieriger.

Systemkamera
Eine kleine, Kompaktkamera ohne Sucher - nur über das Display kann man hier den Bildausschnitt festlegen. Aber immerhin bietet sie die Option, auch manuell die Belichtung zu steuern.

Vorteile

Vorteile der Displays gibt es aber auch, speziell wenn sie beweglich sind. So kann man mit einem klappbaren Display auch aus Positionen "Über Kopf" oder vom Boden aus fotografieren, ohne sich allzu sehr zu verrenken.
Und mit schwenk- und drehbaren Displays sind auch Selfie-Bilder und vor allem -Videos mit kontrolliertem Ausschnitt möglich.

Aber das wäre natürlich auch möglich, wenn zusätzlich zum Display auch ein Sucher verbaut würde.
Eine Displaykamera definiert sich also nicht so sehr über das Vorhandensein eines Displays als vielmehr über das Fehlen eines Suchers. ;-)
Während die ersten nur mit einem Display ausgestatteten Kameras meist einfache und preiswerte "Digiknipsen" waren, hat sich das mittlerweile sehr geändert.

Unterschiedliche Typen

Es gibt solche "Displaykameras" heutzutage in allen Preisklassen und mit ganz unterschiedlichen Ausstattungen, so auch mit Wechselobjektiven, Blitzen usw., also eingebunden in ein System von Zubehör.

Man findet also mittlerweile auch sehr hochwertige "Displaykameras" und das nicht nur aus dem Bereich der spiegellosen Systemkameras sondern auch bei den Kompaktkameras.
Zuerst wurden die Systemkameras unter dem Begriff EVIL (electronic viewfinder, interchangable lenses - elektronischer Sucher, wechselbare Objektive) geführt, aber in der Zwischenzeit hat sich das aus Marketinggründen tauglichere DSLM (Digital Single Lens Mirrorless) durchgesetzt. Allgemein werden sie in Deutschland aber überwiegend "Systemkameras" genannt.
Bei den Systemkameras – wozu auch die Spiegelreflexmodelle (SLRs) gehören – gibt es Modelle mit sehr unterschiedlichen Suchersystemen, von der Durchsicht bis zum elektronischen Sucher. Und einige haben "nur" ein Display und fallen deshalb eben auch in diese Gruppe der Displaykameras.
Mehr zu den (spiegellosen) Systemkameras und den Systemkameras mit Spiegel folgt weiter hinten in den entsprechenden Kapiteln.