Wie funktioniert eine Kamera?

Spezialkameras

Kurzfassung

Verschiedene Spezialkameras:

  • Unterwasserkameras
  • Panoramakameras
  • Luftbildkameras
  • Stereokameras
  • Kleinst- oder Spionagekameras

  • Es gibt sehr viele Sonderformen und Spezialkonstruktionen für die unterschiedlichsten fotografischen Aufgabengebiete. Einige dieser Typen möchte ich hier vorstellen.

    Sofortbildkameras

    Sie werden häufig auch Polaroidkameras genannt, denn die Firma Polaroid stellt seit den frühen fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts über lange Zeit mehr oder weniger als einziger Anbieter solche Kameras (und vor allen Dingen die Filme für) her.
    Damals war es eine Sensation, "sofort" (es dauerte durchaus bis zu 90 Sekunden) das Foto sehen zu können. Und auch heute noch, im Zeitalter der Digitalfotografie, ist es etwas besonderes, dem Bild bei seiner Entstehung auf dem Paier zuzusehen. Diese Kameras beeindruckten durch die sofortige Verfügbarkeit der Bilder, doch war (und ist) das Aufnahmematerial meist sehr teuer und technisch nicht so gut wie normales Filmmaterial.
    Das ist heute, im Zeitalter der Digitalkameras, natürlich kein Problem mehr (wenn man auf das Papierbild etwas warten kann.) Die Bilder der Digitalkameras lassen sich dann später auch, im Gegensatz zum Polaroid, beliebig ohne Qualitätsverlust vervielfältigen.

    Früher war man aber, wenn man das Bild schnell brauchte, auf die Sofortbildkameras angewiesen. Dieser Kameratyp wurde nicht nur von Amateuren, sondern auch in der professionellen Fotografie eingesetzt. Dort wurde er sowohl zur Beurteilung der Belichtung als auch zur Kontrolle des Bildaufbaus herangezogen. Deshalb gab es nicht nur Sofortbildkameras, sondern auch, gerade für professionelle Kameras, Wechselrückteile, um Polaroidmaterial auch mit "normalen" Kameras zu verwenden.

    Mittlerweile ist das Polaroid-Sofortbild tot, unter dem Namen werden heutzutage diverse digitale Fotoprodukte verkauft. Aber es gibt recht erfolgreiche Bestrebungen einiger Liebhaber, das klassische Verfahren am Leben zu erhalten bzw. wiederzubeleben. Und im Zuge der diversen Retro-Trends kamen sogar wieder neue Kameras und Filmtypen auf den Markt wie z.B. die Fuji Instax-Kameras(*). Das Sofortbild wird aber vermutlich auf Dauer "nur" eine Nischenlösung bleiben.

    Panoramakameras

    Meist ist dieser Kameratyp in der analogen Welt mit einem schwenkbaren Objektiv ausgestattet gewesen, das es erlaubte, einen großen Bildwinkel im wahrsten Sinne des Wortes abzutasten.
    Durch das ungewöhnlich schmale Seitenverhältnis, das ganz anders ist als bei den üblichen Fotos, ist den so fotografierten Bildern eine hohe Aufmerksamkeit sicher.
    Prinzipiell kann man natürlich aus allen Bildern durch geschicktes Beschneiden des Formates Panoramabilder machen. Ein solches un"echtes" Panorama erzeugen die APS-Kameras, indem schon bei der Aufnahme festgelegt wird, dass nur ein kleiner Panoramaausschnitt des (ohnehin schon kleinen Negativs) vergrößert werden soll.

    Im Zeitalter der elektronischen Bildverarbeitung kann man auch aus mehreren Einzelbildern (am besten mit waagerecht ausgerichteter Kamera vom Stativ aus aufgenommen) ein Panoramabild zusammenbauen ( eine Anleitung für Panoramaaufnahmen). So wurden von Entusiasten auch analog schon Panoramen aufgenommen, aber das Zusammensetzen der Einzelbilder war sehr aufwendig.
    Heutzutage dagegen übernimmt das oft sogar schon die Software der Kamera.


    Mit speziellen Kameras und Aufnahmetechniken lässt sich auch der ganze Raum in seinen vollen 360° mal 180° ablichten. Hier sehen Sie zum Beispiel den vollständigen Innenraum des Kinos Lichtburg in Essen. Informationen zu dieser Technik finden Sie im Internet unter: www.langebilder.de
    Mit einem Klick aufs Bild oder hier können Sie das Panorama des Kinos interaktiv sehen.

    Stereokameras

    Stereokameras sind meist mit zwei Objektiven ausgestattet. Diese liegen, wenn ein natürlicher Raumeindruck erzeugt werden soll, etwa so weit auseinander wie unsere Augen.
    Der Trick der Stereobilder ist aber weniger die Aufnahme als vielmehr die Wiedergabe. Es darf ja, um einen Raumeindruck zu erzeugen, jedes Auge nur das ihm zugedachte Bild sehen.
    Für diese besondere Wiedergabe gibt es verschiedene Verfahren, die in der Regel auf unterschiedliche Filter (bei Schwarzweiß-Bildern Rot- bzw. Grünfilter, bei Farbe dagegen unterschiedlich gedrehte Polarisationsfilter) vor den Augen bauen.

    Doch auch ohne Filterbrillen kann man spezielle Stereobilder betrachten. Dafür verwendet man unter anderem das Lenticularverfahren. Zwar ist der letzte Anbieter für eine solche Technik wohl Mitte der 80er Jahre in Konkurs gegangen, doch keine Angst, alle zehn bis zwanzig Jahre kommt ein neues Verfahren mit neuen Kameras für Stereobilder.

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    Und so passt es, dass im Digitalbereich Ende der 2000er-Jahre die ersten 3D-Digitalkameras erschienen, die das Bild sogar dreidimensional auf ihrem Display wiedergeben konnten. Als Papierbilder werden diese Fotos wieder mit einem Lenticularverfahren wiedergegeben, das dafür sorgt, dass das rechte Auge auf dem Papierbild etwas anderes sieht als das linke Auge. Das macht die Papierbilder natürlich deutlich teurer.
    Und wie soft in der Geschichte der 3D-Fotografie, ist das Thema 3D auch digital bereits nach einigen Jahren wieder mehr oder weniger völlig vom Markt verschwunden.
    Bis zum nächsten Mal....

    Unterwasserkameras

    Das Wasser ist ein natürlicher Feind der Feinmechanik und der Elektronik der Kameras. Aber natürlich wollten Taucher schon immer die Wunder der Unterwasserwelt fotografieren.
    Zu diesem Zweck gibt es spezielle Unterwasserkameras wie die Nikonos von Nikon, die als Sucherkamera mit viel Spezialzubehör der Prototyp der Unterwasserkamera ist. Und Mitte bis Ende der 80er Jahre hat Nikon für kurze Zeit sogar eine Unterwasserspiegelreflexkamera mit vielen modernen Features wie TTL-Blitz usw. angeboten.

    Für andere Kameratypen kann man spezielle wasserdichte Zusatzgehäuse kaufen, die auch dem hohen Druck in größerer Tiefe standhalten sollen. Sie sind allerdings sehr teuer.
    Wenn es nicht ganz so tief gehen soll, kann man auch eine weiche Kamerahülle, eine Art Klarsicht-Plastikbeutel, zum Schutz der Kamera einsetzen. Immer mal wieder werden auch im Bereich der einfachen Sucherkameras wasserdichte digitale oder analoge Modele angeboten, die zumindest beim Schnorcheln durchaus gute Dienste leisten können. Ein Hersteller hatte sogar eine wasserdichte analoge Wegwerfkamera im Programm.

    Digitale Kameras haben für Taucher Vorteile. Schon das nicht alle 36 Bilder der Film gewechselt werden muss, bringt einiges an Komfort.
    Kein Wunder also, dass es viele Unterwassergehäuse für digitale Kompakt-, Spiegelreflex- und Systemkameras gibt. Eine besonderer Typ Kameras, die keinen analogen Vorläufer hat, ist die Actioncam wie z.B die GoPro-Modelle. Diese Kameras sind häufig, zumindest mit (meist sogar recht preiswertem) Zusatzgehäuse fürs Tauchen geeignet.

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    Und die anderen?
    Natürlich gibt es noch eine Menge weiterer Sonderformen wie Luftbildkameras oder Kameras für die Ultrakurzzeitfotografie, doch werde ich darauf im Rahmen dieses Lehrgangs nicht weiter eingehen.


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