Fragen zur Fotografie ...

Frage / Antwort


"Spielen ISO-Werte unter 100 keine Rolle in der digitalen Fotografie?"

Peter Losch fragt:

Guten Tag,
wenn ich auf Rügen im Urlaub war hatte ich natürlich immer meine analoge Spiegelreflex Kamera Praktica BCA dabei. Wenn der Sommer schön war, war ich auch immer bedacht Filme mit ISO 50 oder 25 zu nutzen. Diese Fotos waren immer sehr detailreich und zum vergrößern sehr gut geeignet. Nun bin ich auf der Suche nach einer digitalen Spiegelreflex Kamera und sehe dabei daß größtenteils bei ISO 100 Schluß ist.Spielt der ISO Wert in der Digitalen Fotografie im Bereich ISO 25- ISO 100 keine Rolle mehr und sind außer der Sensorgröße nur noch die Megapixel entscheidend. Oder gibt es auch in der digitalen Fotografie(optimale Lichtverhältnisse voraus gesetzt)signifikante Unterschiede von ISO 25 zu ISO 100?




Antwort:

Die Frage kann ich eindeutig und aus erster Hand nicht beantworten, da ich keine ernstzunehmende Digitalkamera benutze/besitze, die eine "echte" geringere Empfindlichkeit als ISO 100 zulässt.
Die Überlegung, bei niedrigeren ISOWerten als 100 noch geringeres Rauschen zu finden, liegt natürlich auf der Hand. Aber anscheinend sind die zu erwartenden Vorteile so gering, daß kein(?) Hersteller sie in der Praxis einsetzt.
Einige Kameras bieten zwar aus bildgestalterischen Gründen - für lange Belichtungszeiten (Bewegungsdarstellung) und/oder große Blendenöffnungen (Schärfentiefe) auch bei viel Licht - Empfindlichkeitswerte unterhalb von 100 an, aber diese werden entweder rechnerisch aus den ISO 100 erzeugt oder es wird ein Graufilter in den Strahlengang zum Sensor geschwenkt. In beiden Fällen handelt es sich also nicht um einen geringer empfinndlicheren Sensor, sondern um eine Simulation der Auswirkung niedrigerer ISO Werte. Meist werden für diese Einstellungen auch keine ISO-Werte sondern Angaben wie "L1", "L2" etc. verwendet.
Die Qualität aktueller Sensoren (ein einigermassen vernünftiges Verhältnis der Pixelzahl zur Sensorfläche und "vernünftige" Vergrößerungsmasstäbe vorrausgesetzt) ist heute schon so hoch, dass ein niedriger ISO-Wert für mich aus Gründen der technischen Qualitätssteigerung (Rauschreduzierung) kaum Sinn macht.
Den Sensor, das Herz der Kamera

Aber auch ohne die ISO-Werte zu berücksichtigen, gibt es jenseits von Sensorgröße und Megapixel weitere Faktoren, durch die sich die Sensoren unterscheiden.
Da wäre in erster Linie der mögliche Kontrastumfang zu nennen, den der Sensor mit einer einzelnen Belichtung erkennen kann. Je größer der Helligkeitsbereich im Motiv zwischen den Helligeitsbereichen, die für den Sensor nur noch zeichnungslos reinschwarz /reinweiß sind, desto mehr Spielraum hat der Fotograf bei der Belichtung/Ausarbeitung der Bilder.
Und dabei ist es natürlich auch wichtig, wie fein die Kombination von Sensor und Kameraelektronik diesen Bereich unterscheiden kann, wieviele Helligkeitsstufen zwischen Minimun und Maximum zur verfügung stehen. Eine Kamera, die 14 Bit Farbtiefe darstellen kann, zeigt 4mal soviele Abstufungen wie die im DSLR- und System-Bereich üblichen 12Bit. Auch das erhöht die Möglichkeit, bestimmte Helligkeits- und Farbregionen besonders zu betonen.

Auch die "Handschrift" der Kamera - also die ihr eigene Art, die Motive zu sehen - kann durch den Sensor beeinflusst werden. Es gibt Kameramodelle,deren Handschrift, deren Wiedergabeart, mir einfach nicht gefällt und deren Bilder ich auch mit viel Aufwand nicht 100%ig so hinbekomme, wie die Bilder anderer Modelle.

Es gibt also durchaus Gründe für oder gegen bestimmte Sensoren, die über Fläche und Megapixel hinausgehen.

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