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2007
2007 geht, ein Jahr ist vorbei.
Die Kameras wurden schneller schöner, besser...
aber neben immer mehr Megapixeln
(siehe auch www.6mpixel.org)
blieben die großen Entwicklungen irgendwie aus.
Deshalb ist auch keine Kamera, sondern eine Software für mich das "Highlight 2007".
"Lightroom"
von Adobe war aus meiner Sicht die interessanteste Neuigkeit im Bereich Fotografie.
Damit kann ich auch große Bildbestände relativ schnell sortieren, verschlagworten
oder in der Helligkeit oder im Weißabgleich verändern.
Sortieren
Verschiedene Markierungen, die den frisch geladenen Bildern schnell und unkompliziert
zugewiesen werden können, erlauben nach dem Download der Bilder von der Speicherkarte
eine schnelle Sortierung. Das wird zu einen unterstützt durch einfache Markierung per
Tastatur, aber auch durch ausgereifte Werkzeuge zum Vergleich ähnlicher Bilder.
So lässt sich, was in den Zeiten der digitalen Bilderflut immer wichtiger wird, der
Schrott schnell identifizieren (und in der Folge dann vor allen Dingen auch löschen).
Stichworte
Hierarchisch sortierte Stichworte stellen eine sehr wichtige Funktion dar.
Ich kann damit einem Bild ein einziges Stichwort zuweisen und es erbt alle (oder eine
Teilmenge) der in der Struktur übergeordneten "Eltern"-Stichworte.
Zusammen mit der Tatsache, dass eine Veränderung des Stichwortbestandes sich auf alle
erfassten Bilder der Datenbank auswirkt, geänderte Elternstichworte so zum Beispiel
alle in der Datenbank erfassten Bilder mit Kinderstichworten anpassen, erlauben
solche hierarchisch gegliederten Stichwort-Strukturen eine schnelle Bearbeitung und
Anpassung meines (bisher leider nicht immer optimal verschlagworteten) Bildbestandes.
Finden
Der Bildbestand lässt sich auf unterschiedliche Arten in virtuellen Gruppen
(so genannten Kollektionen) sortieren. Das kann anhand der Metadaten passieren,
ein leistungsstarker Metadatenbrowser erledigt diese Arbeit quasi nebenbei.
Aber natürlich kann der Bestand an Bilddateien auch nach individuellen Kriterien
sortiert werden, zum Beispiel auf der Basis einer Suche nach Stichworten oder
Dateinamen oder Datum oder ...
Bearbeitung
Neben den Funktionen zur Sortierung und Verschlagwortung ist Lightroom ein
leitungsstarker RAW Konvertierer, der in nichts dem Adobe Camera RAW (ACR) von
Photoshop CS3 nachsteht. Die Rezepte zur "Entwicklung" einer RAW-Datei sind
zwischen beiden Programmen (und der "Bridge" von Adobe ) austauschbar, so dass
es auch keine "Insellösung" ist.
Die meisten Veränderungen lassen sich bei Lightroom nur auf das komplette Bild
anwenden (eine Ausnahme sind Veränderungen auf der Basis einer Farbe oder
Stempelfunktionen gegen Flecken durch Sensorstaub oder natürlich der Bildbeschnitt).
Wer Bilddetails bearbeiten will(speziell z.B. für Montagen), benötigt weiterhin
eine "echte" Bildbearbeitung. Aber da die ganzen Farb- und Helligkeitsanpassungen
bereits in Lightroom bei der RAW-Konvertierung vorgenommen werden können, entfällt
der Zwang zu einer 16-Bit fähigen Software. So kann für solche Bearbeitungen auch
das kostenlose und leistungsstarke "Gimp"
( http://www.gimp.org) eingesetzt werden.
Fazit
Aus den oben angeführten Gründen, aber auch wegen vieler anderer kleiner und großer hilfreicher
Möglichkeiten ist
Lightroom
im Bereich Fotografie mein Highlight 2007.
Ergänzung Ende 2010
Lightroom hat in 2010 mit der Version 3 einige sehr wichtige Erweiterungen erhalten.
So ist es nun möglich, direkt an der Basis der RAW-Datei sehr effektiv das Rauschen zu bekämpfen, stürzende Linien zu beheben und Objektivfehler wie tonnenförmige/kissenfrömige Verzeichnung zu beheben.
Ohne Lightroom wäre ich wohl aufgeschmissen.
Geotagging
Geotagging war 2007 einer der ganz großen Hypes im Bereich Fotografie.
Mit diesen Geräten ist es möglich, die Wegstrecken eines oder mehrerer Tage per GPS (wie man es von den Navigationsgeräten im Auto kennt) mitzuschreiben. Alle paar Sekunden (beim Wintec ziemlich frei wählbar auch auf der Basis von Abstands-, Richtungs- oder Geschwindigkeitsveränderungen) zeichnen diese Geräte die aktuelle Position nach den Positionsdaten der GPS Satteliten auf. Diese übermitteln auch die exakte Uhrzeit, sie wird dann ebenfalls notiert.
Mit diesen Informationen kann man dann anschließend die digitalen Fotos verorten.
In den Exif-Daten der Digitalfotos wird ja auch die Aufnahmeuhrzeit gespeichert, so dass man in der von den GPS Geräten erzeugten Logdatei nur noch nach dem Standort zu diesem Zeitpunkt suchen muss, um die Position zum Zeitpunkt der Aufnahme ablesen zu können.
Geo-Software
Neben der Hardware hat sich aber auch bei der Software für Geotagging viel getan.
Das Programm Geosetter z.B
vereinigt gleich mehrere Funktionen auf einmal. Es kann die Logfiles von GPS
Geräten wie den oben Genannten auswerten und dann an Fotos (auch RAW!) übergeben.
Man kann damit aber auch bisher unverknüpfte Bilder suchen und diese manuell
mit der Karte (Internetzugang nötig) verknüpfen.
Und wenn man einen Ordner öffnet, in dem sich Bilder befinden, die bereits
"verortet" wurden, so werden die zugeordneten Standorte direkt in der Karte
angezeigt.
(Bei großen Ordner kann das etwas dauern, es lässt sich deshalb mit [Esc] abbrechen.)
Bereits mit Geodaten versehene Dateien kann man zusätzlich noch automatisch mit
Angaben zum exakten Ort (Land, Bundesland/ -statt, Stadt, Ort (Stadtteil) kennzeichnen
lassen.
Und das alles geht nicht nur mit JPEGs und TIFFs, sondern auch mit vielen RAW-Formaten
Wenn man auf diese Art verortete Bilddateien dann später in Lightroom einliest (oder
bereits eingelesene mit dem Befehl "Metadaten" > "Metadaten aus Datei lesen" aktualisiert),
kann man von Lightroom aus mit einem Klick auf die Bilddaten z.B Google Maps aufrufen
und sich dort den exakten Standort zu einem Bild anzeigen lassen.
Darüber hinaus gibt es viele andere Möglichkeiten auf der Basis der Geodaten. Es lassen
sich zum Beispiel durch entsprechende Markierung im Metadatenbrowser alle Bilder aus
einem Land, einer Stadt, einem Stadtteil etc. anzeigen.
Zur Zeit ist Geosetter meine
Empfehlung im Bereich Geotagging.
(Das Programm ist zwar Freeware, aber wenn Sie es häufiger einsetzen, sollten Sie dem Autor
eine Spende zukommen lassen.)
Nötig?
Natürlich braucht man diese Geodaten nicht für die Familienbilder von der Hochzeit
und auch die Bilder aus der eigenen Heimatstadt lassen sich sicher genauso wie
solche von berühmten Sehenswürdigkeiten leicht bestimmten Standorten zuordnen.
Aber auf Wanderungen durchs freie Land oder bei Besuchen in fremden Städten,
die auch mal ohne Reiseführer in der Hand erfolgen, ist die Verortung der Bilder
sehr hilfreich, um auch nach vielen Jahren noch den exakten Standort feststellen
zu können.
