Four-Thirds-Standard
Der Four-Thirds-Standard wurde Anfang
des Jahrtausends von Olympus und
Kodak entwickelt. Der Name beschreibt
die Größe des Aufnahmesensors und
bezieht sich dabei wie oft bei Sensorangaben
auf den lichtempfindlichen
Bereich entsprechend einer (Fernseh-)
Bildaufzeichnungsröhre.
Damit beträgt die Größe etwa 17,3 x
17 mm, der „Cropfaktor“ für diese Sensorklasse
ist 2. Eine an FT verwendete
Brennweite muss also mit zwei multipliziert
werden, um die entsprechende
Brennweite an einer Kleinbildkamera
zu finden.
Da der Sensor kleiner ist als bei den
„üblichen“ DSLRs, hat FT etwas mehr
Schärfentiefe bei sonst gleichen Voraussetzungen.
Und die Anfälligkeit für
Bildrauschen ist theoretisch größer.
Aber das Format ist im Vergleich zu den kleinen Sensoren der Kompaktklasse immer noch riesig, es wirkt sich also nicht so dramatisch aus.
Leider wird oft ignoriert, dass der Sensor auch ein spezielles Seitenverhältnis hat. Anders als bei den meisten DSLRs beträgt es hier nicht 2:3, sondern 3:4. Das ist viel ruhiger und gelassener, wird manchmal aber auch langweiliger und unentschlossener empfunden. Es kommt eben auf die Sicht des Fotografen an, ob das Verhältnis für ihn passt oder nicht. (Natürlich kann man auch etwas wegschneiden, um das Seitenverhältnis zu ändern, aber dann würde man natürlich auch teuer bezahlte Pixel verlieren.)
Seit einiger Zeit gibt es eine zweite Variante des Four-Thirds-Systems, genannt "Micro Four Thirds". Hier werden auch von anderen Herstellern die gleichen Sensorabmessungen genutzt. In der Definition des MFT-Systems geht man von Nicht-Spiegelreflex-Kameras aus. Da der Spiegel wegfällt, kann das Objektiv näher an den Sensor rücken, das Auflagemass wird kürzer.
So sind einige interessante Objektivkonstruktionen möglich. Die Kameras sind in der Regel Systemkameras mit Wechselobjektiven und ausschließlich elektronischem Sucher (entweder als separater Sucher ausgeführt oder über das Display der Kamera).
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