Fragen zur Fotografie ...

Frage / Antwort


"Warum auch schwarze und weiße "Grau"karten?"

Stefan fragt:
Ich habe mir vor kurzem ein Set bestehend aus drei Karten für den Weißabgleich zugelegt.

Eine Karte war weiß, eine grau und eine schwarz.

Bei der grauen und der weißen Karte ist ist bezüglich des Weißabgleichs kein nennenswerter Unterschied feststellbar.
Bei der schwarzen Karte schon. Wofür wird die schwarze Karte benötigt?




Antwort:

Kurze Antwort? Keine Ahnung! ;-)
Nicht alles, was im Fotobereich verkauft wird, ist auch sinnvoll (oder gar nötig).


Etwas ausführlicher:

Die Graukarte hat in der Fotografie heutzutage zwei wichtige Aufgaben: Belichtungsmessung und Weißabgleich.
Früher war ihr nahezu einziger Zweck die Belichtungsmessung. Eine Graukarte stellte das Referenzmotiv dar, auf das die Belichtungsmesser abgestimmt waren.
Durch eine Messung auf die Graukarte (oder ein anderes Ersatzmotiv) kann man verhindern, dass der Belichtungsmesser in Szenen mit überwiegend weißen oder schwarzen Motiven unpassende Ergebnisse liefert, die zu Fehlbelichtungen führen können (siehe "Die Belichtung" im Fotolehrgang. Dazu ist es wichtig, dass die Helligkeit der Graukarte genau zwischen Weiß und Schwarz liegt. (Andernfalls müsste das Ergebnis der Messung noch korrigiert werden., siehe Anmerkung unten.)

Diese ursprüngliche Aufgabe hat die Graukarte auch in der Digitalfotografie, doch kann man dort für diesen Zweck auch ganz gut auf sie verzichten. Fehlbelichtungen kosten ja quasi nichts und lassen sich außerdem schnell überprüfen und noch vor Ort beheben - man kann mit Histogramm und Clippinganzeige die Belichtung sehr gut beurteilen und dann optimieren.

In der Digitalfotografie hat die Graukarte eine weitere Aufgabe (für die es in der analogen Fotografie im professionellen Einsatz Farbmustertafeln gab). Sie dient dazu, die Abweichung der Beleuchtungsfarbe vom neutralen Sonnenlicht zu messen und die Farbigkeit des Bildes, das von der Kmaera aufzeichnungsgetreu "physikalisch korrekt" fotografiert wurde, an die menschliche Wahrnehmung der Farben (und speziell des Weiß) anzupassen. Das Bild soll in der Regel wahrnehmungsgetreu sein.
Das macht man mit dem Weißabgleich, der unter anderem mit einer Graukarte durchgeführt werden kann. Diese Graukarte kann auch weiß sein. (Daher hat der eigentlich besser Neutralabgleich genannte Weißabgleich seinen etwas irreführenden Namen.)

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Und wofür die weiße Seite?
Grau würde doch reichen?
Für den Weißabgleich sehe ich in der weißen Karte keinen Vorteil.
Für die Belichtungsmessung dagegen kann in Extremsituationen eine weiße Karte einen Vorteil bringen. In der Filmzeit der Fotografie war die Rückseite der Kodak-Graukarte (damals wohl die am meisten verwendete) weiß. Wenn es dann so dunkel war, dass die graue Seite schon außerhalb des Messbereiches des Belichtungsmessers lag, konnte man auf die weiße Seite ausweichen und diese anmessen. Sie war um drei Belichtungsstufen heller, man konnte das so noch messbare Ergebnis also um drei Stufen in Richtung reichlicherer Belichtung korrigieren.

Und wofür die schwarze Seite?
Als Referenzpunkt für Schwarz ist sie eher ungeeignet und etwas anderes fällt mir nicht ein.
Wie schon gesagt, nicht alles, was im Fotobereich verkauft wird, ist auch sinnvoll (oder gar nötig).

Anmerkung: Heutzutage gibt es "Graukarten", die nicht mehr präzise mittelhell sind. Diese sind (ohne Korrektur) als Messziel für den Belichtungsmesser nicht geeignet. Sie sind ausschließlich für den Weißabgleich einsetzbar.

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